Pforzheim. Er gehörte zu den originellsten Vertretern seiner Zunft, war eine feste Bank auf dem Bauernmarkt – doch dann war er weg, ausgewandert nach Kanada, suchte und fand sein Glück am Fuß der Rocky Mountains, in der Provinz British Columbia: Uwe Gwinner, Metzgermeister aus Bauschlott. Pferd gab’s bei ihm und Wild.
Krumme Summen gab’s nicht – sondern ein „fuffzehn gradaus“, denn bei Cent-Beträgen bekam seine Kasse Schluckauf. Gwinner wagte mit seiner Lebensgefährtin den kompletten Neuanfang, setzte auf solides deutsches Handwerk – mit Erfolg. Aktuell ist der „Master butcher“ von Meadowbrook vom lokalen Magazin „Kootenay business“ zum besten Metzger weit und breit gekürt worden. „Gwinner’s is a winner“, titelte das Magazin, nachdem sich eine Reporterin vor Ort umgesehen, getestet und Gwinners Produkte für hervorragend befunden hatte.
Stolz sein kann er auch auf seinen Nachfolger: Enrico Pauciullo, Pferde- und Wildmetzger auch er. Nur noch selten steht er selbst in seinem Wagen am östlichen Ende des Bauernmarkts.
Auch bei ihm gibt es keine Cent-Beträge, sondern vielmehr ein „Ganz wichtig: schmecke’ lasse!“ Auch die bekennenden Fleisch- und Wurstvertilger des Magazins „Beef“ sind auf den Metzger aus Vaihingen an der Enz aufmerksam geworden. Das opulente Kompendium „Wurst – Meisterstücke für Männer“ (erschienen im Verlag Tre Torri) widmet Pauciullo ein ganzes Kapitel, schildert die Produktionsbedingungen und die ethische Grundhaltung des Genuss-Handwerkers.
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