Pforzheim-Eutingen.Wenn am Sonntag, 29. Juli, beim mehr-konfessionellen Inselfest vor der Karl-Friedrich-Schule in Eutingen erstmals die syrischen und türkischen Christen der antiochenisch-orthodoxen Kirche teilnehmen (ihr Gotteshaus ist das ehemalige Sakralgebäude der Evangelisch-methodistischen Kirche unterhalb des Bäuerlichen Museums), ist das maßgeblich sein Verdienst: Christian Goßweiler (56), Pfarrer der evangelischen Gemeinde mit ihren knapp 3000 Gemeindegliedern.
In der Praxis ist er seit 1. September 2015 im Amt, theoretisch aber seither in einer Art „Probezeit“, nachdem er 20 Jahre lang in Indonesien gewirkt hatte. Seit diesem Monat ist er „siegelberechtigt“ und wurde erst am vergangenen Montag einstimmig in den Stadtkirchenrat gewählt – angefragt von Dekanin Christiane Quincke, die ihm am Sonntag vor dem Inselfest beim Gottesdienst die offizielle Ernennungsurkunde zum Gemeindepfarrer überreichen wird.
Zwei Dekaden lang hat er weit, sehr weit über den Tellerrand hinausgeblickt – ohne den Blick vom östlichen Teil des Indischen Ozeans aus in die Heimat zu verlieren. Bereits mit 15 Jahren, erzählt Goßweiler, habe er bei einem Jugendmissionskongress großes Interesse für Indonesien entwickelt – ein Dozent von dort hatte das Feuer entfacht, das bis heute brennt. Im Theologiestudium büffelte er die Sprache des Inselstaats, stieß im Zuge seiner Promotionsarbeit auf die Neukirchener Mission, die seit 1884 in Gestalt von Missionaren auf Java tätig ist. Damit ist Java eine von den über 13 000 Inseln des indonesischen Archipels und das älteste Missionsgebiet der Neukirchener Mission – in einer Gesellschaft, deren Religiosität dominiert ist vom Islam, aber auch von einer Mischung aus Hinduismus, Buddhismus, islamischer Mystik und altjavanesischen Glaubensvorstellungen.
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