Nach dem Bombenfund in Pforzheim läuft am Sonntag ein Großeinsatz. Hunderte Polizeikräfte unterstützen die Evakuierung – auch das Polizeipräsidium und die Abschiebehafteinrichtung sind betroffen.
Pforzheim. Es gleicht einem Spagat, was die Verantwortlichen im Polizeipräsidium Pforzheim in diesen Stunden bewältigen müssen. Nicht nur, dass ihr Gebäude selbst im Evakuierungsgebiet liegt, auch muss die Mammutaufgabe in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung gestemmt werden, die Einwohner in Sicherheit zu bringen. Es sind Hunderte Beamte im Einsatz.
Wie Pressesprecher Benjamin Koch auf PZ-Anfrage mitteilt, sei dies als Unterstützung der Stadtverwaltung zu sehen, die eine größere Anzahl Mitarbeitende im betroffenen Gebiet einsetze. Sollte es zu Situationen kommen, in denen sich Bürger weigern, die Wohnung zu verlassen, werden Beamte dazustoßen. Man appelliere an alle Betroffenen, so Koch weiter, der Aufforderung Folge zu leisten.


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Je länger die Evakuierung dauere, desto länger dauere es auch, bis die Spezialkräfte mit ihrer Arbeit beginnen und die Bürger in ihr Zuhause zurückkehren könnten. Wer dem Platzverweis nicht Folge leiste, müsse mit mehreren einhundert Euro Geldbuße rechnen. Über 200 Einsatzkräfte aus Pforzheim selbst sind am Sonntag im Einsatz und arbeiten mit Stadt und Kampfmittelbeseitigungsdienst eng zusammen; unterstützt werde man auch durch speziell ausgebildete Drohnenführer, die der Stadtverwaltung vor Abschluss der Evakuierung ein Lagebild übermitteln. Es werde an zahlreichen Türen geklingelt; Wärmebildkameras würden aber nicht eingesetzt. Man werde immer die Verhältnismäßigkeit prüfen. Will heißen: Je näher die betreffende Person am Fundort der Bombe wohnt, desto dringlicher wird der Appell sein. Allerletztes Mittel, wenn sich jemand weigern sollte oder aggressiv auftritt, wäre es, die Person in Gewahrsam zu nehmen.
„Wir müssen das zügig durchziehen“, sagt Koch.
Der Kriminaldauerdienst mit Standort in der Ostendstraße werde ab Sonntagmorgen Dienst im Gebäude des Reviers Süd tun; die Rufnummer (07231) 1864444 werde umgeleitet. Beamte des Reviers Nord werden am Sonntag ab 5 Uhr bei der Verkehrspolizei in der KF 154 sein; die Rufnummer (07231) 1863211 wird umgeleitet. Die Beamten des Führungs- und Lagezentrums verrichten ihren Dienst im Lagezentrum der Karlsruher Polizei.
Was die Abschiebehafteinrichtung (AHE) in der Rohrstraße in nächster Nähe zum Fundort betrifft, teilt der stellvertretende Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Tassilo Keiber, mit, dass es sich um 40 Inhaftierte handle. Diese werden am Sonntag zur Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim gebracht und dort vorübergehend versorgt. Weitere Angaben werden nicht gemacht.


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