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Nicht nur die Theorie, auch die Praxis wird großgeschrieben. Privat 

Fachgutachten der Hochschulrektorenkonferenz bescheinigt Pforzheim überdurchschnittliche Ausbildung

Pforzheim. Bereitet mich das Studium auf den Beruf vor? Kann ich das Erlernte praktisch anwenden? Diese Fragen stellen sich viele junge Leute vor ihrem Studium und wählen ihren künftigen Wohnort danach aus. Großgeschrieben wird das Wort Praxis an der Hochschule Pforzheim. Diese praxisnahe Ausbildung entspricht dem Ziel von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

Die Forderung der Wirtschaft, Fachkräfte der Zukunft schon im Studium auf den Beruf vorzubereiten, werde in Pforzheim erfüllt, kommt von der Industrie als Rückmeldung. Die Studierenden arbeiten in Projekten in Kooperation mit Unternehmen und schreiben dort häufig auch ihre Abschlussarbeiten. Außerdem gehört ein verpflichtendes Praxissemester zum Studienablauf, das die Studierenden durch erste selbst zu erledigende Aufgaben wachsen lässt. „Nach dem Praxissemester kommen die Studierenden mit neuen Fragen auf uns zu, die sie erst begreifen und reflektieren können, wenn sie in der Praxis gearbeitet haben“, so Frank Bertagnolli, Professor im Bereich Ressourceneffizienz-Management, zur praxisnahen Ausbildung. Er ist einer der Praktikumsbeauftragten an der Hochschule, die die Studierenden coachen, ihnen Fragen beantworten und bei Schwierigkeiten zur Seite stehen.

Pforzheimer Absolventen sind gefragte Mitarbeiter und Führungskräfte in den weltweit agierenden Firmen der Region.

Ein Beispiel für die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und den regionalen Unternehmen ist die Pforzheimer Maschinenbau-Absolventin und Witzenmann-Mitarbeiterin Carina Gösse. Bereits nach dem Abitur hat Gösse ein halbjähriges Praktikum im Unternehmen absolviert, begann nach dem zweiten Semester als Werkstudentin und schließlich als Trainee bei Witzenmann zu arbeiten, einschließlich Praxissemester und Thesis. Die dort erlernte Praxis war wichtig für ihr weiteres Studium und den späteren Beruf: „Zu wissen, wofür man lernt und in welchem Bereich man bestimmte Dinge anwenden muss, ist Motivation und Ziel zugleich“, so Gösse. Noch im Studium an der Hochschule unterschrieb sie den Arbeitsvertrag und arbeitet nun bei Witzenmann in der Werkzeugkonstruktion und -entwicklung im Bereich Sondermaschinenbau.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen und es ist wichtig, unsere Absolventen mit praxisnahen und interdisziplinären Projekten auf die komplexen Aufgaben der Zukunft vorzubereiten“, sagt Rektor Professor Ulrich Jautz.

Mit der praxisnahen Ausbildung liegt die Hochschule über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Neben Pforzheim gibt es nur an einzelnen Hochschulen verpflichtende und einheitliche Regelungen und Standards zur Praxisvorbereitung für die verschiedenen Fächer. Zu diesem Schluss kommt ein Fachgutachten des Projekts „nexus“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) aus dem Herbst 2016.

Ein Video zum Thema gibt es auf pzlink.de/hawpraxis