Pforzheim. Das Bühnenprogramm beim 12. Brötzinger Frühlingsfest funktioniert. Die Schausteller loben die familiäre Atmosphäre im größten Stadtteil.
„Danke!“: Auf seinem Instagram-Account ist Sänger Vincent Gross nicht nur zu sehen, wie er einen gegrätschten Sprung vor dem Brötzinger Publikum macht, sondern auch mit einem strahlenden Selfie, das ihn Arm in Arm mit Jörg Augenstein zeigt. Sänger unter sich. Aber Jörg Augenstein ist auch der Kopf des mittlerweile „12. Brötzinger Frühlingsfestes“ und als solcher bekommt er nicht nur ein begeistertes Feedback von Gross, der zum ersten Mal in Brötzingen – und unterstützt von seinen aus Frankfurt und München angereisten Fans – am Sonntagabend trotz schlechten Wetters die Bühne in der Fußgängerzone rockte. Generell kann sich Augenstein, so erzählt er im Gespräch mit der PZ, zusammen mit seinem festen, ehrenamtlichen Team – „einer Handvoll Leute“ – rühmen, als Organisator beliebt in der Musikszene zu sein. Ob Simon Wild, Damiano Maiolini oder wie sie alle heißen: Sie alle sind voll des Lobes über die Zuverlässigkeit und Betreuung. „Bei uns stimmen die Zeitfenster und direkt hinter der Bühne können wir das Beraterzimmer der Sparkasse Pforzheim Calw als Garderobe nutzen. Es ist das Rundum-Sorglos-Paket, war wir anbieten“, so Augenstein. Und dann stimmt einfach auch das Publikum. Wie man sieht: Dieses kommt bei jedem Wetter. Ob Sonne satt, Schnee oder – wie in diesem Fall – Nieselregen: Die Musikgrößen, die hier auftreten, sehen sich einer bunt gewürfelten Schar gegenüber, bei dem es nicht einmal einen Funken zum Überspringen braucht. „Es hat so Spaß gemacht“, so Gross, der feststellte, dass das Publikum auch das miese Wetter einfach „weggestrahlt hat“. Die „so gute Stimmung“ lässt ihn hoffen, „dass ich wieder kommen kann“. Und dann, so der Schlager aus Basel, wolle er auch die Unterstützer der „Pforzheimer Zeitung“ kennenlernen. Die gute Stimmung, die von der Bühne ausging beim Frühlingsfest, die darf am Montag ruhig noch nachwirken. Es ist Daunenmantel-Wetter. Patrica Kaplan kauert sich im Kassenhäuschen in Front des original „Wellenflugs“ zusammen. Die meisten Sitze des in Wellen vor der Martinskirche sich dort zum ersten Mal drehenden Kettenkarussells sind leer. Kein Wunder, in luftiger Höhe zieht´s ja noch mehr. Die Besucher seien schon sehr interessiert, „aber es ist zu kalt“. Kaplan lobt aber die schöne Atmosphäre an diesem Platz.
Für Marcel Brückel, der am Eingang der Fußgängerzone süße, in Schokolade gehüllte Früchte anbietet, sind die Veranstaltungen in Brötzingen eine feste Größe in seinem Kalender. Ihm gefällt das Familiäre. „Das hat sich beim Publikum in den letzten Jahren etabliert“, stellt er fest. Augenstein weiß: Die Schausteller kommen gern. „Es ist eine gegenseitige Wertschätzung.“ Und einige von ihnen sind Stammgäste. Wie der „Maismann“ etwa, dessen gelbes Häuschen in Maiskolbenform schon von weitem zu sehen ist.
Das stark schwankende T-Shirt- und Anorak-Wetter, das hat dann doch dafür gesorgt, dass es wohl keine 30.000 Besucher aus Pforzheim und dem Umland waren, sondern geschätzt 22.000 – was auch noch viel ist, wie die drei Polizeibeamte finden, die am Montag gemütlich Patrouille laufen. Nicht nur die Stars bekommen ein Sorglospaket, auch die Gäste können sich dank eines Sicherheitskonzepts, das laut Augenstein inzwischen 13 Seiten umfasst, wohl und geborgen fühlen. Und Spaß haben am Programm und Angebot. „Man muss immer am Ball bleiben“, so Augenstein, der von einem „tollen Start“ am Donnerstag spricht und davon, dass vor allem der milde Samstag, an dem die Leute in kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs waren, ein großartiger Erfolg war, an dem sich die Fußgängerzone „im Ausnahmezustand“ befunden habe. Bis spät abends war das Frühlingsfest an diesem Tag bevölkert. „Knallvoll, super Stimmung.“



