nach oben
Verschiedene Firmen bieten Essen und Trinken an.
Verschiedene Firmen bieten Essen und Trinken an.
Sie leiten die Geschicke von El Erlador: Umweltministerin Renia Fink, Finanz- und Wirtschaftsministerin Jyan Sicak, Innen- und Außenminister Leon Spahija und Kanzler Mario Garcia Sogalla (von links) im Parlament. Fotos: Moritz
Sie leiten die Geschicke von El Erlador: Umweltministerin Renia Fink, Finanz- und Wirtschaftsministerin Jyan Sicak, Innen- und Außenminister Leon Spahija und Kanzler Mario Garcia Sogalla (von links) im Parlament. Fotos: Moritz
Auch Hochzeiten finden statt: Sida Caglayan und Clara König tauschen die Ringe im Standesamt.
Auch Hochzeiten finden statt: Sida Caglayan und Clara König tauschen die Ringe im Standesamt.
04.06.2019

Fast wie im richtigen Leben: Fritz-Erler-Schule im Zeichen von „Schule als Staat“

Pforzheim. Die Fritz-Erler-Schule hat sich verwandelt. Die berufliche Bildungseinrichtung an der Westlichen heißt in dieser Woche „El Erlador“, gezahlt wird mit Erlanos, und normaler Unterricht findet nicht statt. Das liegt am Projekt „Schule als Staat“.

Nina Wedel wollte schon immer mal eine Bar aufmachen. Jetzt hat sie die Chance genutzt. „Es war sehr viel zu organisieren, aber es hat gut geklappt“, sagt die Zehntklässlerin, die mit ihrem Freundinnen in einem Klassenzimmer der Fritz-Erler-Schule (FES) sitzt. Doch normaler Unterricht findet dort an diesem Tag nicht statt.

Vielmehr ist der mit Gecko-Bildern, schwarzen Tüchern und Lichterketten dekorierte Raum zur Cocktailbar „Lizard“ geworden. Die coole Location gehört zu den mehr als 70 Unternehmen oder Behörden, die ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und das nicht etwa an der Fritz-Erler-Schule, sondern in dem nach Südamerika klingenden Land „El Erlador“.

Drei Tage lang heißt es an der Fritz-Erler-Schule wieder „Schule als Staat“. Schon zum zweiten Mal findet das auch durch die „Pforzheimer Zeitung“ und die Jakob- und Rosa Esslinger Stiftung der PZ unterstützte Mammutereignis in der Bildungseinrichtung statt. Seit fast einem Jahr haben 27 Schüler des Seminarkurses den fiktiven Staat organisiert, haben viel Energie, Zeit, Geld und Kreativität in das Projekt gesteckt, damit sich ihre Schule in „El Erlador“ verwandelt – mit allen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Prozessen, die dazugehören.

Die Schüler arbeiten je nach eigenem Wunsch in sozialen und öffentlichen Einrichtungen, gewinnorientierten Firmen oder bieten Dienstleistungen an. Selbstredend gibt es ein gewähltes Parlament, die Polizei schaut nach dem Rechten, das Gesundheitsamt überprüft die Hygiene der Café, Restaurants und Bars, und im Standesamt schwören sich meist Mädchen ewige Freundschaft. Auch der Vielfalt an kulinarischen Köstlichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Es sei denn, viele junge Unternehmensgründer haben die gleiche Idee. „Dann bekommt man keine Genehmigung, aber ein bisschen Konkurrenz tut schon gut“, sagt Kathrin Ledwig vom Seminarkurs, die das Großereignis mit ihren Mitschülern organisiert hat. Schließlich sollen die jungen Leute in diesen Tagen hautnah erfahren, wie man ein Geschäft aufbaut, dafür Werbung macht und auch die Bilanzen im Blick hat.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 5. Juni, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.