Porzheim. Wenn es abends bei Halil Krasniqi (50) in Schellbronn klingelt, kann es sein, dass Maic Strasser vor der Tür steht – und selten ohne eine Idee. Ein guter Gast also. Das wohl schönste Gastgeschenk hat der 47-jährige Werkzeugmachermeister Strasser dem Chefarzt der Gefäßchirurgie am Helios Klinikum vor geraumer Zeit gemacht – und bald kommt es zum Einsatz: die zum Patent angemeldete so genannte „Krassa-Umkehrschleuse“, weltweit in ihrer revolutionären Art einzigartig, und Krasniqi wird die Erfindung in voraussichtlich weniger als zwei Monaten erstmals einsetzen.
Der technikbegeisterte Tüftler aus Dillweißenstein – regelmäßig trifft sich eine zehnköpfige Gruppe (Elektroniker, Programmierer, Mechaniker) zum Stammtisch – und der Mediziner mit Wurzeln im Kosovo haben den Weg bereitet für eine schonende Behandlung.
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Kollegen, denen er das Prinzip vorgestellt hat, zeigen sich begeistert – nicht nur Gefäßchirurgen, sondern auch Angiologen (generell Gefäßmediziner), Kardiologen (Herzspezialisten) und Radiologen (Strahlenheilkundler). Und das alles, weil Krasniqi ein Problem schilderte und Strasser eine geniale Idee hatte: Bisher können interventionell arbeitende (also auf eine Operation verzichtende) Ärzte bei einer Punktion der Leiste entweder in Richtung Herz oder Bein arbeiten. Ist beides nötig, müssen sie zweimal punktieren, da die Schleuse – bisher – nicht umgedreht werden kann, ohne das Gefäß zu verletzen. Und nun kommt der Clou: Vereinfacht ausgedrückt, funktioniert die „Krassa-Schleuse“ wie der Kugelkopf auf einem Stativ – eine zweite Punktion mit Nachblutung oder gar ein Schnitt kann vermieden werden. In nur einer Sitzung können fast alle Gefäße des Körpers behandelt werden. Getestet hat Krasniqi den Prototyp an Kunstarterien – und natürlich funktioniert es.
Jeder ein Kampfkünstler
„Unsere Schleuse kann in medizinischen Produkten weltweit verwendet werden“, sagt Krasniqi, der mit Strasser – so kamen sie vor etwa drei Jahren zusammen – die Leidenschaft für fernöstliche Kampfkunst teilt. Der Chefarzt hat den schwarzen Gürtel in Karate, Strasser praktizierte die Kunst des Wing-Tsun, eines chinesischen Kung-Fu-Stils.
Kurz mal durchgecheckt
Robin Krasniqi (31), Box-Europameister des Verbands EBU im Supermittelgewicht, weiß, wie wichtig regelmäßige Gesundheitschecks für Profisportler sind. „Auch wenn ich mich körperlich absolut fit fühle, ist es insbesondere für Profisportler wichtig, regelmäßig einen Gesundheitscheck durchzuführen“, sagt Robin Krasniqi, „und wenn man dann auch noch einen Gefäßchirurgen in der Verwandtschaft hat, dessen Expertise europaweit gefragt ist, dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite“, lacht er. Da lag es auf der Hand, nach Pforzheim ans Helios Klinikum zu kommen und sich von Halil Krasniqi durchchecken zu lassen. Demnächst wird ein weiterer Krasniqi nach Pforzheim kommen: Luan, der ehemalige Schwergewichtler und erste Gegner von Uwe Hück bei der Charity-WM.

