Sechs Wochen Sommerferien können für Familien zur Belastungsprobe werden. Für Eltern von Kindern mit Handicap erst recht. Jasmin Schwarz kennt das: Einer ihrer Söhne hat eine Behinderung, der andere nicht. „Der eine will Action, der andere kann da nicht mithalten“, sagt sie. Für sie ist die inklusive Ferienbetreuung der AssistenzEngel deshalb mehr als ein Ferienprogramm: „Das ist das beste Angebot, was es für eine Mutter in meiner Lage gibt.“
Hinter dem Angebot steht Vlera Muriqi, Geschäftsführerin der AssistenzEngel BW. Vom 12. bis 28. August organisiert sie im Haus der Jugend im Benckiser-Park wieder eine inklusive Ferienbetreuung für Kinder mit und ohne Handicap. Die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ unterstützt das Projekt mit 4500 Euro. Für die Familien ist die Teilnahme kostenlos. Pro Tag können bis zu 25 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren betreut werden. Weil nicht jedes Kind an jedem Tag kommt, profitieren über den gesamten Zeitraum hinweg deutlich mehr Familien von dem Angebot.


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Muriqi will bewusst kein Sonderprogramm nur für eine bestimmte Gruppe anbieten. Die Zielgruppe sind „einfach alle.“ Kinder mit Rollstuhl, Kinder, die nicht sprechen, Kinder ohne Einschränkung – sie alle sollen gemeinsam Ferien erleben.
Schon bei der ersten Auflage vor zwei Jahren habe sich gezeigt, wie schnell aus anfänglicher Unsicherheit Gemeinschaft entstehen könne. Am ersten Tag hätten manche Kinder noch geweint und nach Hause gewollt, erinnert sich Muriqi. Dann sei daraus eine richtige Gruppe geworden. Gerade deshalb sei es wichtig, Kinder früh zusammenzubringen: Dann werde Inklusion später als etwas Normales erlebt. Auch Pforzheims Inklusionsbeauftragter Mohamed Zakzak sieht in dem Projekt mehr als nur ein Ferienangebot. „Die Kinder fragen einmal, was jemand hat und dann ist es Alltag“, sagt er. Genau diese Begegnungen brauche es. Sein Wunsch ist, dass die inklusive Ferienbetreuung keine einmalige Aktion bleibt. Perspektivisch soll ein verlässliches Angebot entstehen, nicht nur in den Sommerferien, sondern möglichst auch in anderen Ferienzeiten.


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Damit das gelingt, braucht es allerdings mehr Personal als bei klassischen Ferienprogrammen. Nach Angaben der Organisatoren sind täglich sieben Betreuungskräfte eingeplant, darunter pädagogische Fachkräfte, Pflegekräfte und Heilerziehungspfleger. Bei einzelnen Kindern müsse bei Bedarf auch eine Eins-zu-eins-Betreuung möglich sein. Muriqi bringt es auf den Punkt: „Richtig oder gar nicht.“
Das schlägt sich in den Kosten nieder. Das Gesamtbudget liegt bei rund 36.000 Euro. Ein großer Teil entfällt auf Personal, außerdem auf Verpflegung, Material, Ausflüge und Fahrdienste. Gerade der Fahrdienst ist wichtig, damit auch Kinder teilnehmen können, die nicht ohne Weiteres gebracht werden können. Trotz der Unterstützung durch Sponsoren ist das Projekt noch nicht vollständig finanziert.


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Teilnehmer entscheiden
Auf die Kinder wartet ein abwechslungsreiches Programm. Geplant sind unter anderem Ausflüge in den Wildpark, zur Feuerwehr oder Polizei, zur Alpaka-Wiese auf dem Buckenberg sowie kreative und sportliche Angebote im Haus der Jugend und im Park. Auch eigenes Eis sollen die Kinder in einer Eisdiele herstellen. Gleichzeitig soll das Programm flexibel bleiben. Entscheidend sei, worauf die Kinder Lust haben und was für die Gruppe möglich ist.
Spenden für die inklusive Ferienbetreuung sind direkt an die AssistenzEngel BW GmbH möglich: Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN DE78 6665 0085 0005 1245 66.

