Pforzheim. Eine pfiffige Idee haben Hans Adamietz, Georg Koziol und Stephan Rist von der Katholischen Kirchengemeinde Pforzheim in die Tat umgesetzt. Die Männer beschenkten Lastwagenfahrer an der Pforzheimer Autobahnraststätte mit Schoko-Nikoläusen und sorgten so für eine versüßte Lenkpause. Denn gerade die Vorweihnachtszeit ist für Fernfahrer, die häufig wenig Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren, besonders hektisch und stressig.
Die Fernfahrer, die an der Raststätte ihre Brummis für die wöchentliche Ruhezeit abgestellt hatten, wurden mit einem bischöflichen Sankt Nikolaus aus Schokolade als kleines Dankeschön überrascht. Denn ohne das Engagement der Fernfahrer wäre die tägliche Versorgung nicht sichergestellt, heißt es in einer Mitteilung der Katholischen Gemeinde. Doch besinnliche Momente im Advent seien für die Lastwagenfahrer kaum möglich. Als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit verteilten Mitarbeitende des Netzwerks Kirche und Arbeitswelt schon seit Jahren in der Vorweihnachtszeit Schoko-Nikoläuse an der Autobahn A 81 am Rasthof Hegau und am Grenzübergang in Thayingen-Bietingen an die Fernfahrer. Nun wurde die Aktion „Lenkpause“ auch in Pforzheim in die Tat umgesetzt.


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Rührende Szenen
Die Fernfahrer, die ihre Laster für die wöchentliche Ruhezeit abgestellt hatten, seien zunächst misstrauisch gewesen, weil sie die Aktion für kommerziell hielten. Doch Aufklärung habe ihnen rasch ein Lächeln und Dankbarkeit ins Gesicht gezaubert. „Sie freuten sich über die Wertschätzung“, so Diakon Stephan Rist.
Viele Fahrer kamen aus Polen, aber auch aus der Ukraine, aus den baltischen Ländern, aus der Slowakei, aus Weißrussland und anderen osteuropäischen Ländern. Ein „Exot“ war ein brasilianischer Fahrer, der mit einem Lastzug aus der Slowakei unterwegs war. Weil Hans Adamietz und Georg Koziol Polnisch sprechen, war es möglich, sich mit einigen Fernfahrern auszutauschen. Sie berichteten, wie belastend es sei, so lange von der Familie getrennt zu sein. Einige waren schon seit zwei Wochen unterwegs und hatten noch weitere Touren quer durch Europa vor sich, so dass sie erst an Weihnachten wieder zu Hause sein werden. Stolz, aber auch ein bisschen wehmütig zeigte ein älterer Fahrer eines polnischen Kleinlasters ein Bild, das seine Enkelin für ihn gemalt hatte.


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Nachdem alle Fernfahrer an der Raststätte mit Schoko-Nikoläusen versorgt waren, ging es weiter zu den Rastplätzen Kämpfelbach-Nord und Am Waisenrain. Aufgrund der vorgeschriebenen Ruhezeit und des Sonntagsfahrverbots sitzen dort Fernfahrer häufig ein gesamtes Wochenende ohne jede Infrastruktur fest. Es gibt weder Einkaufs- noch Freizeitmöglichkeiten. So freuten sich die Fahrer dort besonders über die schokoladige Überraschung. Nach eineinhalb Stunden war die „Aktion Lenkpause“ beendet. Von den 120 Schoko-Nikoläusen waren nur wenige übrig. Diese bekam dann das Autobahnpolizeirevier. „Die glücklichen Gesichter der Fernfahrer und das vielfache ,Thank you;, ,Spasibo‘ und ,Dziękuję‘ haben gezeigt, dass die Aktion gut angekommen ist“, ziehen Adamietz, Koziol und Stephan eine positive Bilanz.



