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Die Filmemacherinnen Wiltrud Baier (links) und Sigrun Köhler stellen im Pforzheimer „Rex“-Kino ihren Film „Narren“ vor.  Foto: Wiessler 

Filmemacherinnen begleiten drei Jahre lang die Rottweiler Narrenzunft – Film läuft im Pforzheimer Rex-Kino

Pforzheim. Es gibt Corona-Masken, und es gibt Fasnachtsmasken. Diese sind zumeist aus Holz, furchtbar unbequem und oft auch so anzuschauen. Trotzdem sind Letztere so beliebt, dass der Ansturm auswärtiger Narren immer größer wird, die beim Rottweiler Narrensprung dabei sein wollen. Der Frage, warum das so ist, gehen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier in ihrem Film „Narren“ nach. Dieser lief am Mittwochabend im Rex-Kino in Anwesenheit der beiden Filmemacherinnen.

Um der Faszination der schwäbisch-alemannischen Fasnet auf den Grund zu gehen, haben Köhler und Baier alias „Böller & Brot“ über drei Jahre in der ältesten Stadt Baden-Württembergs gedreht. „Es hat gedauert, bis die Mitglieder der Rottweiler Narrenzunft Vertrauen zu uns gefasst haben“, erzählt Wiltrud Baier. „Im ersten Jahr durften wir den Umzug nur als Zuschauer am Rande verfolgen. Erst im zweiten Jahr, als uns die Leute kannten, durften wir in die Häuser, wo die richtige Fasnacht passiert.“

Die Geduld und Ausdauer der beiden Frauen hat sich gelohnt. Mit ihrem humor- und liebevollen Blick hinter die Kulissen und ansonsten verschlossenen Türen entführen sie die Zuschauer in eine unbekannte, von Männern dominierte Welt: eine große archaische Feier von Leben und Tod mitten im hoch industrialisierten Deutschland. Dank des Film-Duos begleiten die Zuschauer die Zunftmitglieder nicht nur während des Fests selber, wenn diese am Fasnetsmontag um 8 Uhr mit dem Glockenschlag durchs Schwarze Tor strömen. Sondern auch in der Zeit danach, wenn‘s heißt: „S‘god degege.“

Weitere Vorführungen: Freitag, 26. November, 17 Uhr; Samstag, 27. November, 17 Uhr; Sonntag 28. November, 15 Uhr und Montag, 29. November, 16 Uhr.