Pforzheim. „Energie kostet viel Geld in Deutschland“ – das ist eine der Botschaften, die Abdullahad Ahmadrash und Martina Bernert am Dienstag im Café Carlo an anerkannte Flüchtlinge vermitteln. Wer also seine Heizung richtig einstelle und Strom spare, der spare am Ende Geld. Ahmadrash ist 2015 aus dem Iran nach Deutschland gekommen und ist einer der neun Multiplikatoren in dem Projekt „Eco Inclusion – Wohnen lernen“, das von Martina Bernert koordiniert wird.
In kleinen Gruppen sollen die Geflüchteten zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Müll sensibilisiert werden. Sie lernen unter anderem, wie man Müll trennt und die Wohnung lüftet. „Sie haben bis dahin oft unter anderen klimatischen Bedingungen gelebt“, erklärt Bernert. Gerade im Herbst und Winter drohe das böse Erwachen, wenn die Stadt Nebenkostenabrechnungen mit Nachzahlungen verschicke. Die Teilnehmer bekommen einen Ausdruck mit vielen Bildern, der von den Mentoren in der Landessprache der Geflüchteten erläutert wird. Das Interesse der Zielgruppe sei groß, so Bernert. Bisher habe man bereits Bewohner der Unterkünfte in der Nordstadt und im Sonnehof geschult. Bis Ende März 2019 sollen mit dem Projekt 200 Flüchtlinge erreicht werden. Es wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geförderte und ist Teil eines EU-Projekts, das die Zusammenhänge von Lebensstilen, Lebensumwelt, Gesundheit und Gesellschaft untersucht. Im kommenden Jahr soll dann das Ergebnis des Projekts überprüft werden. Zum einen, in- dem die Nebenkostenabrechnungen der Geflüchteten ausgewertet werden sollen, aber auch mithilfe eines Fragebogens, denn die Teilnehmer beantworten sollen.

