Pforzheim. Pforzheim ist in besonderem Maße von Kinderarmut betroffen. Seit Jahren liegt die Stadt mit einer SGB-II-Quote der unter 15-Jährigen von rund 20 Prozent beim doppelten Wert des Landes. Ost-, West und Innenstadt sowie der Stadtteil Au liegen sogar zwischen 35 und 40 Prozent.
Präventive Maßnahmen wie Hausaufgabenhilfe, Sprach- und Lernförderung oder Sportangebote zeigen dabei die größte Wirkung, um die Folgen von Kinderarmut im späteren Erwachsenenleben abzufedern. Auch die Vernetzung verschiedener Akteure spielt eine entscheidende Rolle. Hier setzt das Projekt „Präventionsnetzwerk Kinderarmut“ seit Ende 2020 an, welches nun unter dem Titel „BianKa – Bildungsangebote Kinderarmut“ fortgesetzt wird. Das Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Integration fördert im Rahmen des Programms „Starke Kinder chancenreich“ das Projekt „BianKa“ über zwei Jahren mit knapp 95.000 Euro.
Man wolle nicht nur Bewährtes fortführen, sondern auch Neues ausprobieren, so der Sozialdezernent Frank Fillbrunn. Das Ferien- und Lernförderprogramm „Stadtfüchse“, das 2021 in Kooperation mit der Inselgrundschule und der Diakonie erfolgreich erprobt wurde, soll in der kommenden Förderperiode an das Angebot der Familienzentren angegliedert werden. Weitere Veranstaltungen zum Thema „Psychische Gesundheit“ werden dem diesjährigen Online-Angebot „Social Media und Kinderschutz“ folgen, das im Rahmen der Kindergesundheitswochen ab Oktober stattfinden wird. Ebenso werden Projekte zur Elternbildung und der Themenbereich „Armutssensibilisierung“ weiterentwickelt.



