Treiberinnen im Handwerk: Karin Pöhler (von links, Handwerk BW/Frauen im Handwerk), Beate Karcher (Handwerkskammer Karlsruhe) und Catarina Haberstroh, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Pforzheim/Enzkreis.
KHW
Pforzheim
Format in Pforzheim: Frauen bringen noch mehr Power ins Handwerk

Praxisnahes  bringt Handwerkerinnen und Betriebe zusammen.

Pforzheim. Wie können Handwerksbetriebe Frauen gezielt ansprechen, für ihren Betrieb gewinnen und langfristig halten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Turm Quartier der Sparkasse Pforzheim Calw. Über den Dächern der Stadt brachte das von der Kreishandwerkerschaft entwickelte Format Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag, fachliche Impulse und konkrete Fragen der Betriebe zusammen. Gemeinsam mit HandwerkBW und der Handwerkskammer Karlsruhe wurde ein Konzept entwickelt, das auf den direkten Austausch setzt: Handwerker sprechen mit Handwerkern, Betriebe berichten aus der Praxis und Gesellinnen geben Einblicke in ihren Berufsalltag.

Damit rückte die Veranstaltung ein Thema in den Fokus, das für die Zukunft des regionalen Handwerks von großer Bedeutung ist. Frauen sind als Meisterinnen, Gesellinnen, Unternehmerinnen, Ausbilderinnen und Führungskräfte längst Teil des Handwerks. Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen sind ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung.

Dennoch bestehen in manchen Betrieben Unsicherheiten – etwa bei der Ansprache von Bewerberinnen, der Gestaltung von Räumlichkeiten oder der Auswahl geeigneter Ausstattung und Arbeitskleidung. Auch Fragen zu Versicherungs- und Vorsorgekonzepten spielen eine Rolle. Genau hier setzte die Veranstaltung an. Miriam Schöpp vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung lieferte mit ihrer Keynote fachliche Impulse, die durch den praktischen Input nicht nur untermauert, sondern auch bestätigt wurden.

Das Ziel der Initiatoren: Hemmschwellen abbauen und passende Voraussetzungen für die Gewinnung und langfristige Bindung von Mitarbeiterinnen zu schaffen. „Frauen sind im Handwerk längst gelebte Realität und eine feste Größe in allen Gewerken. Jetzt geht es darum, Betriebe konkret dabei zu unterstützen, Frauen zu gewinnen und langfristig zu halten“.

Die Kreishandwerkerschaft setzt deshalb auf Angebote, die Fachwissen mit praktischer Erfahrung verbinden, konkrete Lösungen aufzeigen und echte Aha-Momente schaffen. Die Rückmeldungen zur Veranstaltung zeigen, dass dieser Ansatz ankommt. „Das bestärkt uns darin, gemeinsam mit unseren Partnern praxisnahe Antworten auf die Fragen unserer Betriebe zu entwickeln“, sagt Catarina Haberstroh, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Pforzheim/Enzkreis.

Die Veranstaltung setzte damit ein wichtiges Zeichen für das regionale Handwerk: Fachkräftesicherung braucht konkrete Lösungen und den Austausch derjenigen, die sie im Betriebsalltag umsetzen. Das Pforzheimer Format bietet dafür einen praxisnahen Ansatz – mit dem Anspruch, Frauen dauerhaft für das Handwerk zu gewinnen. pm