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In der Frage des Erhalts der städtischen Bäder machen die Bürger jetzt Druck, wie die Demonstration am Samstag zeigte. Foto: Tilo Keller
In der Frage des Erhalts der städtischen Bäder machen die Bürger jetzt Druck, wie die Demonstration am Samstag zeigte. Foto: Tilo Keller
11.03.2018

Freie Wähler gehen in der Bäderfrage zum Gegenangriff über

Pforzheim. Stadtrat Michael Schwarz (Freie Wähler) zeigt sich in einer Pressemitteilung „sehr irritiert über die unsachliche Kritik der beiden Stadträte Jörg Augenstein (CDU) und Henry Wiedemann (SPD)“, die diese gegenüber der PZ an ihm geäußert hatten: Er spreche nicht für die Vereine, und der Erhalt aller Bäder sei unrealistisch, was Schwarz wissen müsse.

Er gehe davon aus, so Schwarz, dass beide für ihre Fraktionen sprechen, und respektiere die Haltung der CDU und SPD, dass beide in der Bäderfrage vehement auf ein Sportbad (mit verringerter Wasserfläche) auf dem Wartberg setzen. „Von einer beleidigten Leberwurst zu sprechen, ist daher weit hergeholt“, so Schwarz. Die Freien Wähler verträten hier eine andere Auffassung. Sie fordern weiterhin, das Sport- und Freizeitbad „Emma“ mit Sauna in der Innenstadt zu erhalten. „Dies wird auch von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung gewünscht“, ist Schwarz überzeugt, der am Samstag bei der Kundgebung als Ordner fungierte und den Auftritt der Freien Wähler am Mikrofon seinem Würmer Ortschaftsratskollegen Hans Haegele überließ.

„Schulen pro Innenstadt-Bad“

„Mehr als 1000 Demonstranten sind am Samstag auf die Straße gegangen, um für den Erhalt aller Bäder zu kämpfen. Im Übrigen haben sich die Schulen dieser Forderung eines innerstädtischen Bades aufgrund der kurzen Wege angeschlossen.“ Die Folgekosten einer Wartberg-Kombilösung seien bisher nie diskutiert worden.

Vor einem Jahr hätten sich mehrere Vorstandsmitglieder der dre großen Pforzheimer Schwimmvereine als Berater der FDP/FW-Gemeinderatsfraktion eindeutig für ein innerstädtisches Emma-Bad ausgesprochen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Heute forderten die sieben Pforzheimer Schwimmvereine, dass überhaupt ein Sport- und Freizeitbad für sie zur Verfügung steht, um die Zukunft der Vereine zu sichern.“ Etwas enttäuschend war laut Michael Schwarz, dass beide Stadträte der CDU und SPD die Vorstellungen, alle Bäder zu erhalten, scharf kritisieren und als nicht bezahlbar darstellten, aber bisher keine Finanzierung ihrer Kombibadlösung der Öffentlichkeit präsentieren könnten. Der Kapitaldienst dafür betrage rund 2,4 Millionen Euro.

Die Freien Wähler hätten immer betont, dass bei entsprechendendem politischen Willen alle sieben Pforzheimer Bäder erhalten werden könnten. Eine Kürzung der Wasserfläche von 100 auf 80 Prozent würden sie und einige andere Fraktionen nicht hinnehmen. Der Gemeinderat und OB Peter Boch hätten es in der Sitzung am Dienstag, 20. März, in der Hand, die Schwerpunkte bei Investitionen für Pforzheim eindeutig zu setzen. „Bis dahin wird um die beste Lösung für unsere Bäder gerungen“, heißt es in der Mitteilung abschließend.