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Unumwundene Freude, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen: Band-Gründer Aron Strobel (links) und Sänger sowie Publikumsliebling Jörg-Tim Wilhelm. 

Freiheit, Freude und Musik eines Jahrzehnts: Open-Air-Konzert von Kultband "Münchener Freiheit" auf Parkplatz vor Möbelzentrum Pforzheim

Pforzheim. In schöner Regelmäßigkeit gibt die Band "Münchener Freiheiten" ein Open Air-Gastspiel in Pforzheim. Am Samstagabend zelebrierte die Formation ihr bislang sechstes Gratis-Konzert auf dem Parkplatz vor dem Möbelzentrum Pforzheim – auch diesmal strömten Prominente und Fans in Scharen zur Spielstätte an der Kieselbronner Straße.

Bevor die "Münchener Freiheit" die Bühne einnehmen, geben sich dort Pforzheims Bürgermeister Dirk Büscher, Sebastian Haase (Möbelzentrum Pforzheim) und Uwe Hück (Lernstiftung Hück) ein Stelldichein: Verlosung und Spendenaufruf wollen erledigt sein. Bereits jetzt mittendrin ist Sänger und Strahlemann Jörg-Tim Wilhelm (44): Der vitale Frontmann der Münchener Freiheit klettert, um Gutscheine an Fans in den ersten Reihen zu überbringen, mehrfach behänd von der Bühne und wieder zurück.

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Für den guten Zweck werben Pforzheims Erster Bürgermeister Dirk Büscher, Sebastian Haase (Möbelzentrum) und Uwe Hück (Lernstiftung, von links).

Er zeigt unumwundene Freude, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen; Wilhelm hat die von Corona bestimmte Zeit auf Musical-Bühnen (Zeppelin, Füssen) überbrückt und meint zum Lockdown und zum sechsten Gastspiel vorm Möbelzentrum Pforzheim augenzwinkernd: "Eigentlich wären wir schon zum achten Mal hier".

Eine Viertelstunde später ist es so weit: Die Band kommt geschlossen auf die Bühne. Die Münchener Freiheit 2022, das sind neben Tim Wilhelm die schon 1983 dazugekommenen Bassist Michael Kunzi (geb. 1958 in Stuttgart), Alexander Grünwald (Keyboards, 1954) und Rennard Henry Hatzke (Schlagzeug, 1955) sowie das einzige verbliebene "Urgestein" der Münchener Freiheit, der langmähnige Gründer, Komponist und Gitarrist Aron Strobel (1954).

Best-of-Feuerwerk der größten Hits

Schon bei den ersten Songs "Liebe auf den ersten Blick" und "Tausendmal Du" sind die Fans da – und bei "Herzschlag ist der Takt" wird erlebbar, weshalb die Münchener Freiheit auch "Kultband der 80er-Jahre" genannt wird: Dieser Song stammt vom Ende 1984 erschienenen dritten Studioalbum der Band "Herzschlag einer Stadt" und transportiert die unbekümmert trällernde Leichtigkeit der Neuen Deutschen Welle: "Boogiewoo und ich tanz' dazu" – Tim Wilhelm sorgt dafür, dass die Hände im nun hüpfenden Teil des Publikums nach oben gehen.

An den Rändern des Parkplatzes, vor Getränkeständen und an der Grill-Station, sind die Bewegungen der Zuschauer eher statisch, schließlich geht es hier ja auch ums Sehen und Gesehen werden. Reicht Tim Wilhelm nicht, er fordert "Wollen wir mal sehen, ob ihr den ganzen Parkplatz in ein klatschendes Meer verwandeln könnt". Gelingt. Teils. Aron Strobel setzt mit einem kurzen rockigen Gitarren-Riff einen anderen Akzent.

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Pforzheim+

"Münchener Freiheit" erneut beim Möbelzentrum Pforzheim

Fraglos klingt die Münchener Freiheit insgesamt live rockiger als auf ihren Studio-Alben. Ihre Musik changiert zwischen Pop und Schlager, spiegelt gerade beim nach wie vor aufwendig (mehrspurig) produzierten Gesang stilistische Einflüsse der legendären Beach Boys, der Beatles und von Jeff Lynnes "Electric Light Orchestra" wider.

In Pforzheim brennt die Münchener Freiheit eine Art "Best of-Feuerwerk" ab. Neues und Altbewährtes wird in rascher Folge zum Besten gegeben. "Ohrwürmer" wie "Ich brenne für Dich", "Du bist Energie für mich" oder "Katrin" werden von den längst euphorischen Fans gefeiert – nichts fehlt, auch die größten Hits wie "Ohne Dich (schlaf ich heut nacht nicht ein)", "S.O.S." oder das getragene "So lang' man Träume noch leben kann" hat die Band wieder im Tourneegepäck.