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Symbolfoto: dpa
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16.01.2019

„Fridays for future“ - Demo von Pforzheimer Schülern zur Unterrichtszeit scheidet die Geister

Pforzheim. Das Ziel findet Beifall, der Weg ein geteiltes Echo: Zu einer Demonstration für Klimaschutz ruft der örtliche Ableger der überregionalen Schüler-Organisation „Fridays for future“ Pforzheims Schüler für den kommenden Freitag um 11 Uhr auch auf dem Pforzheimer Marktplatz auf. „Wie die Uhrzeit verrät, gehen die Schüler aus Protest statt zur Schule zu dieser Demonstration“, schreiben die Organisatoren.

Mit Sympathie, aber dennoch ablehnend reagiert Edith Drescher, Direktorin des Hilda Gymnasiums, auf die Ankündigung. „Das Recht zu demonstrieren ist eines der wichtigsten Rechte in einer Demokratie.“ Wenn Schüler sich zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen eine Meinung bilden und diskutieren, entstehe und zeige sich staatsbürgerliche Mündigkeit. Aber: Es gebe keinen sachlichen Grund dafür, die Demonstration in der Kernzeit des Unterrichts anzusetzen. „Eine Unterrichtsbefreiung zum Zweck einer Demonstration ist nach dem Schulgesetz nicht möglich.“ Sich schulisch für Klimaschutz zu engagieren, treffe auf vielfältige Möglichkeiten, sei es in Projekttagen, durch Schweigeminuten oder Kontaktaufnahme zu Politikern.

„Grundsätzlich sollten Schüler nicht während der Schulzeit an politischen Kundgebungen teilnehmen. Dies hier ist jedoch wohl etwas Besonderes“, findet dagegen Jutta Krammer als Vorsitzende des Gesamtelternbeirats (GEB) der Pforzheimer Schulen. „Diese jungen Menschen werden in 50 bis 70 Jahren unter den Folgen unseres Handelns leiden.“ Die Organisatoren stellten sich gegen Schuleschwänzen und  verwiesen auf die Möglichkeit einer Beurlaubung, so Krammer. Daher könne sie es nur unterstützen, gerade in Zeiten, in denen die Jugend sehr „politikmüde“ geworden sei.