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Erst auf den zweiten Blick sind erhebliche Wetterschäden an den historischen Fahrzeugen zu erkennen. Laut dem Verein HNP wird es immer schwieriger, die „einzigen beweglichen Kulturdenkmale Pforzheims“ vor dem Verfall zu retten. Foto. Schwab
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Als 1911 die Straßenbahn in Pforzheim eingeweiht wurde, nahmen sie die Bürger sofort an. Hier ein Bild vom Leopoldplatz ein Jahr später. Foto: Sammlung HNP e.V.

Frust sitzt tief bei Kämpfern für Erhalt nostalgischer Straßenbahnen

Pforzheim. Es ist eine ernüchternde Bilanz, die der 2005 gegründete Verein Historischer Nahverkehr Pforzheim (HNP) zieht. Jahrelang habe der HNP um den Erhalt der Relikte aus der Zeit der Pforzheimer Klein- und Straßenbahn gerungen, gerne hätte er sich ins Goldstadt-Jubiläum eingebracht. Noch habe der Verein die Hoffnung nicht aufgegeben, einen wichtigen Teil der lokalen Historie lebendig zu halten, heißt es in einem von Schriftführer Kurt Schwab verfassten Schreiben.

Doch man habe „inzwischen erkannt, dass bestimmte Dinge in Pforzheim einfach keinen Stellenwert haben“, so der HNP. Die Stadt zeigt Verständnis für den Frust, verweist aber auf einen regen Austausch mit dem Verein und die andauernde Suche nach Lösungen.

Detailliert listet der Verein Stationen seiner wechselvollen Geschichte auf, die die PZ wiederholt zum Anlass für eine Berichterstattung nahm. Gelobt und zur Weiterarbeit motiviert worden sei der HNP, als 2011 bei der 100-Jahr-Feier der Verkehrsbetriebe der fast fertiggestellte Straßenbahn-Triebwagen Nummer 24 vorgestellt wurde. Doch dann habe es die „Hiobsbotschaft“ gegeben, dass das Gelände der Verkehrsbetriebe umgebaut werden soll und „die Bahnen verschwinden müssen“. Die Suche nach anderen Standorten sei erfolglos geblieben.

Wie der städtische Sprecher Philip Mukherjee auf PZ-Nachfrage berichtet, laufen verwaltungsintern Abstimmungsgespräche über eine Nachnutzung des Geländes. „Leider“ gebe es noch keine abschließenden Ergebnisse zum baulichen Zustand der Halle. „Eine Teilnahme am Tag des offenen Denkmals hängt aber eng mit einem eventuellen Beginn der Nachnutzung zusammen“, so Mukherjee. Der Sprecher verweist auf wiederholte Aufrufe an Vereine zur Beteiligung am Jubiläum: „Ein Interesse des Vereins Historischer Nahverkehr an einem programmatischen Beitrag am Jubiläumsfestival ist dem Büro ,Goldstadt 250‘ nicht bekannt.“

Mukherjee betont, dass die Stadt „in ständigem Kontakt“ mit dem Verein stehe. Bis heute stünden die Bahnen auf dem Areal der Verkehrsbetriebe. „Wir verstehen aber, dass sich der Verein eine verlässliche Lösung für die Zukunft wünscht.“

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