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Lauter schlaue und findige Köpfe: einige der Hackathon-Teilnehmer mit Digital-Hub-Standortleiter Markus Meser und Marketingfachmann Philipp Dörflinger (von links). Digital Hub 

Fünf digitale Helferlein, die beim 36-Stunden-Hackathon in Pforzheim entstanden sind

Pforzheim. 36 Stunden nonstop haben digitale Vordenker am Wochenende in Lagerräumen der Klingel-Gruppe über Ideen und Lösungsansätzen gebrütet, die Mode und Künstliche Intelligenz zusammenführen. Wie Oberbürgermeister Peter Boch bei seiner Visite am Sonntag, sind auch die Veranstalter nach diesem vom Digital Hub Pforzheim/Enzkreis, also dem regionalen Digitalisierungszentrum, veranstalteten Hackathon hochzufrieden. Philipp Dörflinger von der für das Marketing zuständigen Agentur Campaigners Network spricht von einer „rundum gelungenen, sehr wertigen Veranstaltung“ mit „Superergebnissen“, von denen einige besonders herausragend sind und prämiert wurden.

Platz 1 errang „Klara“, ein sogenannter Chatbot. Dessen Clou: Kunden machen ein Foto von einer Katalogseite, auf der sie Produkte, die sie bestellen wollen, mit einem Stift markiert haben. „Klara“ erstellt daraus Bestellungen: ein gutes Angebot etwa für ältere Nutzer, die zwar ihr Handy und Dienste wie WhatsApp zu bedienen wissen, sich aber in einem Onlineshop nicht gut zurechtfinden. Für „Klara“ wurden unter anderem vollautomatische Bildverarbeitungen, Texterkennung und Sprachtechnologie zu einem Service kombiniert, was die Entwickler gleich in einer Live-Demonstration vor Augen führten. In einem weiteren Schritt wäre es zudem möglich, dass auch der Bestellschein abfotografiert und daraus eine interaktive Bestellung geschaffen werden kann, durch die etwa auch Alternativartikel angeboten werden können.

Am zweitplatzierten Projekt „Vom Bild zum Katalogtext“ arbeitete die Geschäftsführerin von Intersport Schrey, Nicole Kälber, mit, die die Aufgabenstellung eingebracht hatte. Es ist vor allem für Firmen interessant, die nicht über eigene Marketing- und Logistikstrukturen für einen Onlineshop verfügen. Per Handy wird etwa ein Foto von einer Person gemacht, die ein zu bewerbendes Kleidungsstück trägt. Durch Künstliche Intelligenz wird dieses Bild automatisch bearbeitet und freigestellt und schließlich auch ein beschreibender Text dazu generiert.

Bei „Fashion4Future“ handelt es sich um eine konzeptionelle Antwort für die Frage, wie Datenbanken auch in künftigen Konstellationen, etwa von knappen Rohstoffen und sehr unterschiedlichen Nachhaltigkeitsansprüchen einzelner Kunden, dabei helfen können, diese Anforderungen zu erfüllen.

Bei „Sentiment Analysis“ geht es darum, die Kundenkommunikation hinsichtlich der Gemütslage des einzelnen Kunden zu analysieren.

Bei der „Virtuellen Anprobe“ kombinierte das Team bereits existierende Services so, dass Bilder einer Webcam automatisch in Körpergerüste umgewandelt wurden, die dann dazu genutzt werden können, im Sinne von Augmented Reality entsprechend passend gerechnete Kleidungsstücke über das Bild zu legen. Sprich: Der Nutzer kann im Netz entdeckte Kleidung seinem eigenen digitalen Abbild anziehen – also eine Art virtuelle Umkleidekabine.

Wie berichtet, kooperierten beim Hackathon die Firmen Klingel, Omikron, medialesson, Meyle + Müller und Microsoft sowie die Hochschule Pforzheim. Man sei nun „ein bisschen müde, aber glücklich“, sagt Dörflinger, „das war eine coole Sache und hat einfach Spaß gemacht“. Er und Digital-Hub-Standortleiter Markus Meser hatten auch die Nacht zum Sonntag in den temporären Hackathon-Räumen verbracht, wo etliche der rund 50 Teilnehmer durcharbeiteten.

www.hackathon-pforzheim.de