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Gang "Black Jackets" dehnt sich in Pforzheim aus © Ketterl
01.10.2010

Gang "Black Jackets" dehnt sich in Pforzheim aus

PFORZHEIM. Die Gang „Black Jackets“, ursprünglich in der Weststadt zu Hause, dehnt sich mittlerweile bis in die Au aus. Sozialarbeiter haben Angst vor einer Parallelwelt – und vor einem Revierstreit mit der Gang „Tribuns United“.

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Untereinander, das weiß man bei der Polizei und den Sozialarbeitern, haben sich die Gangs „Black Jackets“ und „Tribuns United“ in der Türsteherszene arrangiert, nachdem die Rocker-Gang „Hells Angels“ dieses Revier in Pforzheim großzügig frei gemacht haben. „Es herrscht eigentlich Frieden“, heißt es bei der Polizei, die froh ist, in der Goldstadt nichts mit Rocker-Scharmützeln zu tun zu haben.

Wobei der Begriff Rocker bei „Black Jackets“ auch verfehlt wäre. Wo der geflügelte Totenkopf der „Hells“ auf den fahrbaren Untersatz hinweist, ist die Bulldogge und die Zeile „Friends forever“ (Freunde für immer) auf der Kutte der „Black Jackets“ nur Zeichen für die Zusammengehörigkeit. Unter besonderer Polizeibeobachtung stehen sie allesamt. Dass die Aufmachung durchaus verstörend auf Passanten wirken kann, bewies ein Auftreten der „Jackets“ vor einigen Monaten am Leo. Sie fühlten sich durch die Berichterstattung darüber diffamiert, klagten einige von ihnen lautstark beim Auftritt des Polizeichefs im alevitischen Kulturzentrum in Eutingen kurz darauf.

Im Problemviertel Au, südlich der Enz, schaut man besorgt auf eine Expansion der „Black Jackets“ vom Westtteil der Stadt nach Südosten. An der Calwer Straße haben sie einen dringend renovierungsbedürftigen ebenerdigen Raum in einem Mehrfamilienhaus überlassen bekommen.

Nach PZ-Informationen hatten auch Sozialarbeiter ein Auge auf die Lokalität geworfen – schließlich gibt es in der Au mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und dem hohen Ausländeranteil keinen einzigen Jugendtreff. Doch den Zuschlag gab der türkische Vermieter dem Chapter (Niederlassung) „Black City Crew“. Es mag auch, sagen Insider, eine Rolle gespielt haben, dass ein Großteil der Mitglieder einen südosteuropäischen, türkischen oder kurdischen Migrationshintergrund hat – ähnlich wie die „Tribuns“.

Ein weiterer Anlauf der Sozialarbeiter auf der Suche nach einem Treff, gerade im Hinblick auf den Winter, scheiterte nach PZ-Informationen am Geld, sprich dem von einem Immobilienmakler geforderten Mietzins für ein Hinterhof-Refugium an der Unteren Augasse. Wenn die „Black Jackets“ noch weiter nach Osten expandieren und in das Einflussgebiet der „Tribuns“ eindringen, befürchten Sozialarbeiter „wirklichen Stress“.

 

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