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Schuldirektorin Edith Drescher (links) war gern zu Besuch bei Hilde Heilmann. Foto: Privat
Schuldirektorin Edith Drescher (links) war gern zu Besuch bei Hilde Heilmann. Foto: Privat
Hilde Heilmann (vorne rechts) im Kreise ihrer drei Nichten Ruth Wagner, Margrit und Monika Specht (von links). Foto: Privat
Hilde Heilmann (vorne rechts) im Kreise ihrer drei Nichten Ruth Wagner, Margrit und Monika Specht (von links). Foto: Privat
27.06.2017

Gebürtige Pforzheimerin mit 110 Jahren gestorben

Pforzheim/Enzkreis. Eine Schwarzwälder Kirschtorte zum Geburtstag – „das war obligatorisch“, erinnert sich Edith Drescher, Direktorin des Hilda-Gymnasiums, an die Jubeltage von Hilde Heilmann. Noch vor zwei Jahren war Drescher Gast bei der ehemaligen Schülerin der früheren Höheren Mädchenschule in Ispringen, wo sie im Kreis der Familie liebevoll umsorgt wurde. Da war die Seniorin 108 Jahre alt. Nun, zwei Jahre später, ist Hilde Heilmann, geborene Scheuble, gestorben.

An eine „humorvolle Frau, die ihre Umgebung mit wachen Augen beobachtete“, denkt Edith Drescher zurück. Hilde Heilmann war Zeitzeugin des furchtbarsten Tags in Pforzheims Geschichte: der Bombennacht des 23. Februar, als die Stadt nach dem furchtbaren Luftangriff in Schutt und Asche versank und mehr als 17 000 Menschen ihr Leben verloren. Im Luftschutzkeller des späteren Hilda-Gymnasiums an der Kiehnlestraße hatte Hilde Heilmann Schutz gesucht – wie Hunderte andere auch. Die Bombeneinschläge in unmittelbarer Nähe zwangen die in panischer Angst zusammengekauerten Menschen, die Todesfalle zu verlassen, um nicht zu ersticken. „Wir müssen raus“, erinnerte sich Hilde Heilmann bei einem Gespräch mit Drescher anlässlich ihres 106. Geburtstags an den Ruf eines der Menschen im Luftschutzkeller. Die Schule stand bereits in Flammen, Häuser stürzten ein – dank der Hilfe eines unbekannten Mannes entkam Heilmann dem Feuersturm, lief in der Nacht zu Verwandten nach Eisingen. „Sie hat bis zu ihrem Lebensende davon erzählt“, sagen ihre Nichten Ruth Wagner, Margrit und Monika Specht.

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