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Simone Schuler vor ihrem Geschäft – und zeigt, wie alles wurde, was es ist. Bald ist Schluss – die Kundschaft für „Tante-Emma-Läden“ bleibt aus.  Foto: Meyer
Simone Schuler vor ihrem Geschäft – und zeigt, wie alles wurde, was es ist. Bald ist Schluss – die Kundschaft für „Tante-Emma-Läden“ bleibt aus. Foto: Meyer
21.11.2017

„Geschenke&mehr“: Und wieder schließt ein Lädle - und Ersatz ist nicht parat

Pforzheim-Büchenbronn. Wieder ein kleiner Laden weniger: Nach 91 Jahren schließt das Geschenk-Geschäft an der Dillweißensteiner Straße in Büchenbronn. Simone Schuler (40) wird voraussichtlich zum Jahresende den Schlüssel rumdrehen – und was danach kommt, steht in den Sternen.

„Geschenke&mehr“ war eine Anlaufadresse in der Ortsmitte. Wie der „Drehpunkt“ von Andrea Dittus. Der machte Ende 2014 zu. Nun also wieder ein „Tante-Emma-Laden“, dessen Betreiberin die Konsequenz aus der stetig sinkenden Kundenfrequenz zieht. „Schweren Herzens“, sagt Simone Schuler und dankt ihren Kunden für deren Treue. Bis zu 50 Prozent Rabatt – alles wird abverkauft: Haushaltswaren wie Töpfe, Pfannen, Einmachgläser, Schüsseln, Sektverschlüsse, Bürsten, Bügelbretter, Salz- und Pfeffermühlen. Oder Dinge, die jenseits des Nützlichen liegen – aber einfach schön zu haben oder zu verschenken sind – vom Engel bis zur Glaskugel.

Simone Schulers Vater Rolf (76), ein Büchenbronner Urgestein, Schöpfer der „Weltkugel“ neben dem Rathaus, hat gerahmte Fotografien mitgebracht – Zeugnisse einer Vergangenheit, die wohl im Januar keine Zukunft mehr hat. Alles begann um das Jahr 1880 mit dem Haus der Familie Adam Eisele – allerdings abgebrannt am 17. Mai 1883 bei einem Maigewitter mit Schneesturm. Es sollte elf Jahre dauern, bis Georg Schuler das Haus wieder aufbaute. Doch erst im Jahr 1926 – der Geburtsstunde des Lädle – wurde die vollelektrifizierte Schmiedewerkstatt von der Metzger- an die Dillweißensteiner Straße 1 verlegt. Im selben Jahr richteten Gustav Schuler und seine Frau Luise im Erdgeschoss ein kleines Ladengeschäft mit Haushaltswaren ein.

1950 kauften die Schulers auch das Nebengebäude; Sohn Karl und Schwiegertochter Lina rissen das Gebäude-Ensemble 1953 zur Gänze ab und errichteten unmittelbar angrenzend ans Elternhaus einen Neubau mit zwei Läden – Haushaltswaren und Möbelgeschäft des Schreiners Reinhard Kratz – im Erdgeschoss. Lina Schuler trat nach dem Tod ihrer Schwiegermutter in deren Fußstapfen als Geschäftsfrau – und übergab ihrerseits im Jahr 2006 das Ladengeschäft an ihre Enkelin Simone Schuler. Rolf Schuler und seine Frau Rose sanierten den Laden komplett und richteten ihn neu ein.

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