Laut ging es bei Daniel Notarangelo und Jan Waidelich von „Something to remind you“ zu. Foto: Roller
Am Ende nahmen sie einen der beiden Pokale mit nach Hause: Max Beihofer, Anton Vielsack und Maximilian Heidt von „Capo 4“, die jüngste Band des Abends. Foto: Roller
Pforzheim
Gespielt wird, was gefällt: Shortplay Festival im Kulturhaus Osterfeld ohne Cover-Zwang
  • Nico Roller

Pforzheim. „Das war mega geil“, sagt Anton Vielsack, als er die Bühne im Malersaal des Kulturhauses Osterfeld zusammen mit Max Beihofer und Maximilian Heidt wieder verlässt. Wenige Minuten zuvor hatten die Drei dort beim „Shortplay Festival“ ihre eigenen Songs präsentiert: Gefühlvolles mit viel Tiefgang. „Es war ein sehr angenehmes Publikum“, sagen die Nachwuchsmusiker, die sich „Capo IV“ nennen. Sie sind am Samstagabend nicht die einzigen, die im proppenvollen Malersaal ordentlich einheizen, den Boden zum Beben, die rund 300 Gäste zum Tanzen bringen.

Insgesamt sind 13 Bands dabei. Für sie gilt nur eine Regel: Länger als 15 Minuten darf der Auftritt nicht dauern. Gespielt wird, was gefällt: Hardrock, Blues, Pop und Gefühlvolles. Oder wie es Jörg Schneider ausdrückt: „Alles, was die Szene momentan hergibt.“ Er ist Vorstandsmitglied bei der Musikerinitiative Pforzheim, die den Abend mit dem Team des Osterfelds auf die Beine stellt. Er freut sich über die große Resonanz. Denn in dieser Form gibt es das Festival zum ersten Mal. Bisher musste immer gecovert werden. Ein Konzept, das nach rund 20 Jahren nicht mehr richtig gezogen hat.

Die Anzahl der interessierten Coverbands sei immer geringer geworden, berichtet Schneider. „Aber wir wollten das Festival nicht sterben lassen.“ Daher die Neuauflage, bei der wirklich alles gespielt werden darf. „Es war unglaublich: Wir hatten mehr Anmeldungen, als wir annehmen konnten.“ Auch wenn das Konzept leicht abgewandelt wurde: Im Mittelpunkt steht nach wie vor der Spaß an der Musik.

Wer am Ende des rund vierstündigen Abends die beiden Pokale mit nach Hause nimmt, ist zweitranig. Um kurz nach Mitternacht gehen sie an „Fake You“ und „Capo IV“. Aber bis es soweit ist, legen sich alle mächtig ins Zeug. Etwa die Jungs von „Something to remind you“, die gerade ihr erstes professionelles Musikvideo produzieren: an verschiedenen Orten in ganz Pforzheim. „Wir spielen heute nur eigene Songs, wir covern nicht“, erklärt Schlagzeuger Jochen Essig.

Auch Nathy und Alex spielen mit ihrer Band nur Eigenes: Indie-Elektro-Pop. Erst vor kurzem haben sie eine neue Platte rausgebracht. Das Shortplay-Festival finden sie klasse: „Man hat hier das Gefühl, es kann nichts schiefgehen – es sei denn, der Strom fällt aus.“