In Bretten wurde ein Parkplatz durch den Regen überflutet.
Heilemann
Region
Gewitterfront zieht übers Land: Straßen werden in Bad Wildbad zu Sturzbächen

Enzkreis/Kreis Calw. Vollgelaufene Keller, ausgelöste Brandmeldeanlagen, Straßen verwandelten sich in Sturzbäche – während viele Ortschaften im Enzkreis und Kreis Calw vom Unwetter am Sonntagnachmittag verschont wurden, traf es Bad Wildbad und Calmbach besonders hart. „Dass es so schüttet, habe ich selten gesehen“, sagt Tido Lüdtke gegenüber der PZ. Der ehemalige langjährige Kommandant der Bad Wildbader Feuerwehr war am Sonntag als diensthabender Kreisbrandmeister im Einsatz, als der Starkregen über der Kurstadt niederging.

Die Feuerwehrleute der vier Bad Wildbader Abteilungen hatten alle Hände voll zu tun. So schossen die Fluten die Uhlandstraße hinab und rauschten an der Evangelischen Stadtkirche vorbei. Erste Befürchtungen, die Sturzbäche könnten ölverseucht sein, habe sich jedoch nicht bestätigt, so Lüdtke. Autos kämpften sich auch auf der Laienbergstraße durch die Wassermassen. 

Eindringendes Wasser sorgte für einen Kurzschluss in der Bergstation der Sommerbergbahn und rief die Feuerwehr auf den Plan. In einer Klinik löste die Brandmeldeanlage aus. Es gab Rauch in einem Aufzug, Ob ein Zusammenhang mit dem Starkregen bestand, liegt nahe, ist jedoch nicht bestätigt. Und dann gingen auch schon die ersten Hilferufe aus der Bevölkerung ein. Überschwemmte Keller in Calmbach, Bad Wildbad und Sprollenhaus. Auf mehreren Straßen der Stadt platzte der Asphalt auf. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

„Der Schwerpunkt des Unwetters lag im Kreis Calw ganz klar in Bad Wildbad“, so Lüdtke. Ansonsten mussten lediglich in Hirsau Keller ausgepumpt werden. Der Enzkreis blieb vom Starkregen größtenteils verschont. Die Pforzheimer Feuerwehr meldete allerdings aus Illingen überschwemmte Keller.

In Bruchsal endete das Unwetter hingegen tragisch: Auf regennasser Straße verlor ein Autofahrer die Kontrolle, geriet in den Gegenverkehr und prallte gegen einen anderen Wagen. Zwei Menschen starben bei dem Unfall. 

Einzelne Gewitter mit Platzregen und Hagel

Nach schweißtreibenden Hitzetagen hatte der Deutsche Wetterdienst einen Wetterumschwung angekündigt und vor starken Regenfällen und teils heftigen Gewittern in einzelnen Regionen gewarnt. «Es müssen alle damit rechnen», hatte ein Mitarbeiter gesagt. Es könnten aber auch Regionen völlig ausgespart bleiben. Bis zum Mittag habe es auch einzelne Gewitter mit Platzregen und Hagel wie in Stuttgart und Karlsruhe gegeben, sagte ein DWD-Meteorologe. Auch kleinere Überschwemmungen könne es gegeben haben. 

So wie in Bretten. Dort hat es nicht nur geregnet, sondern auch gehagelt, wie Aufnahmen aus dem Freibad zeigen: 

In der Region mussten auch einige Fußballspiele abgesagt, beziehungsweise abgebrochen werden. 

Dienstag weitere Gewitter 

Trotz des Beginns des meteorologischen Sommers stellt sich sommerliches Wetter im Südwesten zum Start in die neue Woche zunächst auch weiterhin nicht ein. Das Gewitterrisiko soll in der Nacht zum Montag zwar abnehmen, aber spätestens am Dienstag sind laut DWD wieder Gewitter wahrscheinlich. 

Blick nach Pforzheim und die Region 

Laut Vier-Tage-Trend bleibt das wechselhafte Wetter mit weiteren Schauern bestehen – bei Höchstwerten von nur noch 22 bis 23 Grad.

In Mühlacker, im östlichen Enzkreis, sieht es ganz ähnlich aus. Der Juni startet etwas kühler bei 24 Grad am Montag und einer Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent. Im Verlauf der Woche soll es kühler werden, teilweise werden Gewitter und Regen erwartet. 

Ein Blick in den Nordschwarzwald zeigt auch hier: Es wird kühler und es ist vermehrt mit Regen zu rechnen. Bis zum kommenden Freitag, 5. Juni, sinkt das Thermometer bis auf eine Höchsttemperatur von 21 Grad ab. 

Und wie steht es um die Temperaturen? In der schwülwarmen Luft werden vor den Gewittern laut DWD nochmals 25 bis 30 Grad erreicht. Ruhiger und weniger warm ist es im Norden mit Temperaturen zwischen 19 und 25 Grad - und mehr Sonnenschein.

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