So soll es an der Ecke Durlacher/Belfortstraße ab Frühjahr 2019 aussehen. Vorne, zur Durlacher Straße hin, das Hotel, dahinter die Wohnbebauung. Ketterl
Der bisherige Grundstücksbesitzer Andreas Fuhrmann (Mitte) freut sich mit Sibylle Schüssler und Projektentwickler Kai-Uwe Ludwig über die Bebauung des ehemaligen Standorts der Schmuckfabrik Louis Fissler. Frühere Anfragen von Investoren, die dort Handel vorsahen, hatte er aus städtebaulichen Gründen abgelehnt. Interessant sei die Lage auch wegen der Nähe zum Kulturhaus Osterfeld, gerade für ein Hotel.
Pforzheim
„GoldStück“ verleiht der Wohnstadt Glanz – Projekt mit Hotel und 65 Wohnungen
  • Marek Klimanski

Als Wohnstandort findet Pforzheim offenkundig bei überregionalen Investoren zusehends Beachtung: Der Düsseldorfer Projektentwickler 6B47 (sprich: Six before seven, zu Deutsch etwa: Die Entscheidung kommt vor der Tat) hat gegenüber der PZ seine unter dem Projektnamen „GoldStück“ bereits weit gediehenen Pläne für die Bebauung eines Areals in der Weststadt, konkret an der Ecke Durlacher Straße/Belfortstraße, vorgestellt.

Wie bereits berichtet, soll dort ein Hotel entstehen. Kai-Uwe Ludwig als Vorsitzender der 6B47-Geschäftsführung Deutschland gemeinsam mit dem bisherigen Grundstücksbesitzer Andreas Fuhrmann sowie Oberbürgermeister Gert Hager und Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler präsentierten nun die vollständige Bebauung des Areals.

Was geplant ist: Entlang der Durlacher Straße (deren Teilstück von vielen für eine Verlängerung der Luisenstraße gehalten wird), ist wie berichtet ein „Holiday-Inn-Express“-Hotel der Kategorie „Drei Sterne plus“ mit 140 Zimmern geplant. Erstmals vorgestellt wurde nun das gleichfalls fünfstöckige Gebäude mit 65 Wohnungen auf rund 3770 Quadratmetern Wohnfläche, das sich im rückwärtigen Teil des insgesamt rund 3300 Quadratmeter großen Grundstücks die Belfortstraße entlang bergauf zieht und einen Innenhof umschließt. Hinzu kommen kleinere Läden mit rund 550 Quadratmeter Gewerbefläche.

Um was für Wohnungen es sich handelt: Überwiegend um kleinere – die Zielgruppe seien Singles, kinderlose Doppelverdiener, weniger Familien, sagt Ludwig. Gedacht ist auch an Berufstätige, die im Großraum Stuttgart arbeiten, der sich von Pforzheim aus innerhalb einer halben Stunde erreichen lasse und wo der Wohnungsmarkt nichts mehr hergebe, und die in einer Stadt, in einer urbanen Umgebung wohnen wollen. Entsprechend sieht er die Wohnungen auch preislich im mittleren bis gehobenen Segment. Und: Sie sind als einzelne nicht zu kaufen, nur zu mieten. Das gesamte Gebäude wird an professionelle Investoren weiterverkauft. Bei der Finanzierung ist die Sparkasse Pforzheim-Calw mit eingestiegen.

Wie der Zeitplan aussieht: Der Gestaltungsbeirat hat sich mit dem gesamten Vorhaben bereits mehrfach befasst, ein letztes Mal kleine Änderungen vorgenommen, es aber insgesamt freigegeben. Im zweiten Quartal 2017 soll die Baugenehmigung vorliegen, im dritten Quartal der Baubeginn erfolgen. „Im Frühjahr 2019 soll das Gebäude seinen Nutzern zur Verfügung stehen“, sagt Ludwig.

Was das Vorhaben für die Stadt bedeutet: Gert Hager und Sibylle Schüssler hören es gerne: Pforzheim ist für Investoren interessant, gerade als Wohnstadt, was Einwohner und Einkommensteuer bringt und zum Bevölkerungsmix beiträgt. Der Investor 6B47 finde kleinere Großstädte in der Nähe von Ballungsräumen „sehr spannend“, sagt Ludwig. „Pforzheim gehört von den Parametern zu den Städten, die man beachten sollte.“ Auch unter dem Aspekt von Baulücken, Nachverdichtung und höheren Häusern. „Deutsche Städte sind sehr niedrig.“ Da rennt er bei Sibylle Schüssler offene Türen ein, die an einem Wohnungsbau-Konzept für die Gesamtstadt arbeitet. Rundum in der Weststadt tut sich bereits viel: An der Tunnelstraße sind Pläne für große Wohnbebauung weit gediehen, nördlich der Frankstraße bereitet die Stadt Planungen vor.