Pforzheim. Bei der siebten Auflage im Vorjahr hatten Besucher des Goldstadtfiebers große Baustellenbereiche umkurven müssen. Auch beim Wirtschaftswunder im Herbst fehlte noch der letzte Feinschliff. Nun ist alles fertig, und die neu gestaltete Fußgängerzone wird an diesem 31. März erstmals von Menschenmengen in Beschlag genommen.
Zu Tausenden bummeln sie unter knospenden Bäumen vorbei an den vom Start weg voll belegten öffentlichen Sitzgelegenheiten und Straßencafés über die Meile, die ganz offensichtlich ankommt. „Ich höre nur Positives, egal, wen man fragt – Besucher und Händler“, freut sich Michael Hertl, der für den städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) das Marketing dieser Maßnahme koordiniert hat. Entsprechend gut gelaunt sind die Verantwortlichen der Stadt und die Macher des Goldstadtfiebers, zumal kein Wölkchen diesen Sonntag trübt. „Wir stehen heute alle auf der Sonnenseite des Lebens“, frohlockt der Erste Bürgermeister Dirk Büscher bei der Eröffnung, der den Besuchern „ein wunderbares Fest und tolle Erlebnisse“ verspricht. Die neue, dicht bevölkerte Fußgängerzone biete einen „wirklich bemerkenswerten Anblick“.
Keine Baustelle mehr, bestes Wetter, keine Konkurrenzveranstaltung und ein idealer Kalendertag, weil sicher viele schon das neue Gehalt auf dem Konto haben: So fasst der WSP-Direktor Oliver Reitz die Vorzüge des achten Goldstadtfiebers zusammen, bei dem man am bisherigen Konzept festgehalten, diesem aber einen „frischen und aufgeräumten Look“ verliehen habe. Wie berichtet, wird die Bedeutung des Beinamens Goldstadt für Pforzheim noch deutlicher herausgestellt. Dass dieser Zugkraft hat, zeigt ein Blick auf die Parkplätze der City, wo etliche auswärtige Kennzeichen, etwa aus Karlsruhe, Ludwigsburg oder Stuttgart, auszumachen sind. „Wir begrüßen heute Menschen in der Innenstadt, die hier im normalen geschäftlichen Alltag nicht auszumachen sind“, sagt Reitz. Die Strahlkraft des Spektakels reiche weit über Pforzheim hinaus, bekräftigt Modeexperte und Einzelhandelssprecher Karsten Jung. Es gebe wenige Events in der Stadt, „bei denen Handel, Gastronomie, Wirtschaft und Kultur so eng verzahnt sind“. Tatsächlich kennt die Vielfalt kaum Grenzen. Erneut ein Magnet ist die Antikmeile an der Bahnhofsstraße, die Rares für Bares bietet – von der Heintje-Weihnachts-LP bis zum aufgemöbelten Schränkchen. Squaredancer und Countrybands verbreiten nostalgische Wildwest-Stimmung, während eine Autoschau auf dem Leo Modernstes auf vier Rädern vor Augen führt.

Pforzheim im Goldstadtfieber 2019
Kinder als Schmuckdesigner
Auch die Schlössle-Galerie brummt, wo Kinder etwa zu Dinos geformte Ballons ergattern können oder Intersport Elsässer auf der Freifläche im Untergeschoss einen Sondermarkt für Sportschuhe präsentiert. Schon der Samstag sei stark gewesen, sagt Karl Elsässer: „Man muss aber schon etwas bieten – auch preislich.“ Viele seiner Kollegen in der City locken mit speziellen Aktionen – vom Waffelverkauf über den Espressostand bis hin zum Bücher-Flohmarkt.
Besonderes Besucherlob erntet das Kinderprogramm. Prima sei das „kreative und themenbezogene Angebot für unterschiedlichste Altersgruppen“, urteilt der Pforzheimer Philipp Brenk, während sich seine Tochter Alexa (3) als Goldwäscherin versucht und deren Schwester Zia (10) geduldig Edelsteine schleift. Konzentriert gewerkelt wird auch im ehemaligen Pop-up-Laden, Westliche 1, wo an einer Panzerkettenmaschine am laufenden Band Schmuckes entsteht. „Einfach toll“ nennt Verena Model die Kinderaktionen, die mit dem Ladies’ Circle Lose fürs Bällerennen am 12. Mai im Wildpark verkauft und kaum nachkommt. Auch an den weiteren Ständen örtlicher Veranstalter und Organisationen herrscht Andrang. „Schlau“ sei es, dass das Thema Goldstadt, dem sich auch neue Stelen und das Gewinnspiel widmen, an Gewicht gewinne, meint Sabrina Igel aus Arnbach: „Das macht Pforzheim ja aus.“
Mehr lesen Sie am Montag, 01. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

