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Noch steht das Eutinger Hallenbad gut da – die Ortschaftsräte wollen mit Rücklagen bewirken, dass für künftige Sanierungen vorgesorgt ist und das Bad langfristig erhalten bleibt.  Foto: Ketterl 

Große Pforzheimer Schwimmvereine wollen mehr Belegzeiten

Pforzheim. Die Zustimmung der schwimmsporttreibenden Vereine zur Aufteilung der 231 Nutzungsstunden in den ab Januar verbleibenden Hallenbädern Eutingen, Buckenberg (Konrad-Adenauer-Schule) und Brötzingen (Fritz-Erler-Schule) ist geringer, als sich dies aus der Vorlage der Stadtverwaltung herausliest.

Dort heißt es: „Die Vereine wurden über die beabsichtigte Verteilung bereits informiert und haben größtenteils Rückmeldung gegeben und die vorgenommene Verteilung akzeptiert.“ Mit großer Verwunderung hätten die Mitglieder des Schwimmsportclubs Sparta und des Schwimmsportvereins Huchenfeld diese Aussage gelesen, schreiben beide Vereine in einer gemeinsamen Stellungnahme.

„Aus unserer Sicht gibt es – Stand heute – weder eine akzeptable noch einvernehmliche Lösung“, teilen Ralf Gremmer als technischer Leiter bei Sparta und Thorsten Bierkamp als spotlicher Leiter des SSV Huchenfeld mit. Dass die Schulen zuerst berücksichtigt wurden, stehe außer Frage. „Leider hat es für uns den Anschein, dass in der Folge die Vereinsinteressen insbesondere bei der Nutzung des Schwimmbades in Eutingen hinten angestellt wurden.“ An fünf Wochentagen sind in dem einzigen ab Januar dafür tauglichen Pforzheimer Hallenbad insgesamt 38 Stunden für öffentlichen Badebetrieb reserviert. Deutlich zu viel, um die Schwimmvereine noch angemessen zu berücksichtigen, wie auch SPD-Stadtrat Henry Wiedemann nach Gesprächen mit den Vereinen überzeugt ist.

Sparta und SSV Huchenfeld legen Wert darauf, seit Jahren konstruktiv an realistischen, finanzierbaren Konzepten und konkreten Lösungen für Auswege aus der Bäder-Krise mitgearbeitet zu haben. „Wir haben im August vorgeschlagen, die Belegungszeiten aus dem Zeitraum September 2015 bis April 2016 als Grundlage für die neue Planung heranzuziehen.“ Damals habe es die identische Situation gegeben, als das Schwimmbad in Huchenfeld aufgrund des Brandschadens 2014 noch nicht wieder eröffnet und das Emma-Jaeger-Bad aufgrund statischer Bedenken Monate geschlossen war.

„Für den SSV Huchenfeld als lokal im Stadtteil verwurzelter Verein ist die aktuelle Situation auch ein existenzielles Thema.“ Als Ersatzzeiten seien für ihn fast ausschließlich Zeiten im Konrad-Adenauer-Bad vorgesehen. Das Bad als reines Lehrschwimmbecken sei vor allem für wettkampforientierte Schwimmer nicht oder höchstens als Ergänzung geeignet. Ohne Ersatzzeiten in den verbleibenden Bädern und ohne eine Perspektive auf einen zeitnah fertiggestellten Neubau in Huchenfeld werde die Aufrechterhaltung der Vereinsstrukturen nicht dauerhaft möglich sein.

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