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Eine lange Menschenschlange hatte sich im Blumenhof gebildet.  Foto: Scheck 

Großer Andrang beim Kleidermarkt für Ukrainer in Pforzheim

Pforzheim. Eine lange Menschenschlange hatte sich am Samstagmittag vor dem Caritas-Gebäude im Blumenhof gebildet. Das „starke Bündnis für die Ukraine“ veranstaltete am Samstag von 11 bis 14 Uhr einen Kleiderbasar für ukrainische Flüchtlinge, die derzeit in Pforzheim leben. Angeboten wurden ausnahmslos neue Kleidungsstücke für Frauen und Männer aus der Vorjahreskollektion des Modehauses Jung in Pforzheim, für Kinder gab es Socken und Unterwäsche im Angebot.

Der Andrang war groß, die Menschen warteten teilweise zwei Stunden, bis sie eingelassen werden konnten. „Wir freuen uns über diese rege Beteiligung“, erklärte Caritasdirektor Frank Johannes Lemke. „Es ist eine große Solidarität in Pforzheim spürbar, das sieht man an den zahlreichen Sach- und Geldspenden, die uns bereits erreicht haben, sowie an den über 30 Wohnungen, die schnell und unkompliziert vermittelt werden konnten.“ Fast 40.000 Euro sind bisher an Geldspenden zusammen gekommen sowie weit über 100.000 Euro an Sachspenden. „Es kommt gerade der Eindruck auf, dass die ukrainischen Flüchtlinge bevorzugt behandelt werden. Natürlich gibt es momentan viele Angebote für die Ukrainer. Die gab es aber genauso, als 2015 die Flüchtlingswelle zu uns kam. Es wird bei uns nicht mit zweierlei Maß gemessen“, so Lemke.

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Freuten sich über die große Beteiligung: Marcus Mürle, Philippe Singer, Frank Johannes Lemke, Oana Krichbaum und Karsten Jung (von links). Foto: Scheck

14 ehrenamtliche Helfer waren für den Kleiderbasar am Samstag im Einsatz, um zu koordinieren, die Waren zu präsentieren, den Einlass zu kontrollieren und zu übersetzen. Dazu gehörte auch die 16-jährige Darya, die selbst mit ihrer Familie aus der Ukraine geflüchtet ist und nun in Pforzheim lebt. Geordnet wurden die Menschen in den Mehrzweckraum der Caritas eingelassen, wo sie sich an sortierten und auf ukrainisch ausgezeichneten Tischen passende Kleidung aussuchen konnten. Hauptsächlich Frauen und Kinder waren unter den Besuchern. Für die Kinder hatten die Verantwortlichen Spielsachen besorgt, um ihnen eine Freude zu machen.

Winterstiefel, Jacken, Pullover, Hosen – das vielfältige Angebot fand großen Anklang. Von den Veranstaltern wurde eine gerechte Verteilung koordiniert, damit jeder versorgt werden konnte. Etwa 300 Flüchtlinge besuchten den Kleiderbasar an diesem Mittag. „Wir sind begeistert, wie diszipliniert und geduldig die Leute sind bei solch einem Andrang. Die Helfer leisten großartige Arbeit“, betonte Karsten Jung, Geschäftsführer Modehaus Jung.

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Waren im Wert von über 300.000 Euro wurden an diesem Samstagmittag auf dem Kleiderbasar angeboten. Auch Oana Krichbaum, die Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft, packte mit an. „Wir sind ein starkes Bündnis, das sich auch in Zukunft überall da engagieren wird, wo Hilfe gebraucht wird“, betonte Oana Krichbaum. In dem Bündnis engagieren sich u. a. die Caritas, das Modehaus Jung, die Firmen Rutronik und M&S, die Deutsch-Rumänische Gesellschaft sowie die Deutsch-Ungarische Gesellschaft.