Pforzheim. Mehrere Einsatzkräfte waren am Donnerstagabend bei der Abschiebehaftanstalt in der Pforzheimer-Oststadt gefordert. Ersten Angaben zufolge handelt es sich um "renitente Insassen", welche dem Führungs- und Lagezentrum durch Bedienstete der JVA gegen 18.15 Uhr gemeldet worden seien. Später erklärt die Polizei manche Personen hätten sich verbal aggressiv gezeigt. Laut Anwohner habe es bereits am Mittag Geschrei gegeben. Um kurz vor 22.30 Uhr endlich ist der Einsatz beendet.
Wie die Polizei auf PZ-Nachfrage mitteilt, sei von 18.15 Uhr an eine größere Einsatzlage gewesen. Eine Gefahr für Dritte habe nicht bestanden.
Vor Ort sind zunächst neun Einsatzwagen. Die Stimmung der Polizisten – unter anderem mit Sturmhauben – ist sehr angespannt. Das Geschehen zieht auch großes Interesse der Bürger auf sich. Anwohner schauen aus dem Fenster. Zahlreiche Schaulustige finden sich unmittelbar nach dem Polizeiaufgebot in der Rohrstraße ein.
Der Bereich um die Kreuzung Erbprinzenstraße/Rohrstraße war zwischenzeitlich im Umkreis von rund 40 Metern gesperrt. Autofahrer und Passanten mussten auf die Anshelmstraße oder Lindenstraße ausweichen. Vorerst befinden sich die teils vermummten Polizeikrafte in der Abschiebehaftanstalt. Offenbar werden die hiesigen Beamten inzwischen durch externe Kräfte verstärkt.

Großeinsatz bei der Abschiebehaftanstalt in Pforzheim
Die Polizei hatte ausgerechnet heute ihren Whatsapp-Marathon. Diesen hat sie wegen der aktuellen Einsatzlage nun vorzeitig beendet, wie das Präsidium via Social Media mitteilt. Auch hier wird betont: Eine Gefahr für "umliegende Dritte innerhalb und außerhalb" der Abschiebehaftanstalt bestehe nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Ein Beamter vor Ort warnt jedoch, die Situation sei „statisch aber gefährlich“.
Zwischenzeitlich haben einige Einsatzkräfte das Gebäude wieder verlassen.
"Wir machen uns aktuell ein umfassendes Bild von der Lage. Mit starken Kräften sind wir vor Ort und treffen die erforderlichen Maßnahmen. Der Einsatz läuft weiterhin. Sobald es neue Informationen gibt, halten wir euch hier auf dem Laufenden", lässt die Polizei über ihren WhatsApp-Kanal verlauten.
Anwohner, die innerhalb des Sperrgebiets wohnen, durften zweitweise nicht zu ihren Wohnungen und wurden von einem Polizeibeamten verwiesen.
Fast alle verfügbaren Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Pforzheim seien vor Ort, so ein Polizeisprecher.

In einer ersten Pressemitteilung spricht die Polizei von "renitente Insassen", welche dem Führungs- und Lagezentrum durch Bedienstete der JVA gemeldet worden seien. Es seien bislang keine Personen verletzt worden. Außerdem bestehe keine konkrete Gefahr für unbeteiligte Dritte außerhalb des betreffenden Gebäudes sowie innerhalb. Weitere Angaben zum Einsatz konnte die Polizei zu dem Zeitpunkt nicht machen.
Auch kurz vor 20.30 Uhr vermeldet die Polizei, dass der Polizeieinsatz weiterhin andauert. Nach derzeitigem Stand befinden sich die betreffenden Insassen in einem separierten räumlichen Bereich der Einrichtung, so die Pressestelle.

Es ist davon auszugehen, dass der Einsatz die Polizei noch eine Weile beschäftigen wird. In der Erbprinzenstraße, Ecke Anshelmstraße sei eigens für den Vorfall eine Mediensammelstelle eingerichtet worden. Das geht aus der jüngsten Nachricht aus dem WhatsApp-Kanal der Polizei hervor.
Laut Polizeisprecherin Schwalbe besteht keine Bedrohungslage, keine Geiselnahme oder ähnliches. 20 Insassen seien beteiligt. Es habe intern einen Konflikt gegeben. Bedienstete seinen nicht bedroht worden. Weiterhin gebe es keinen Hinweis auf etwaige Verletzte.
Insgesamt sind über 30 Kräfte im Einsatz, auch vom Polizeipräsidium Pforzheim. Nach jetzigen Erkenntnissen waren keine Waffen bei den Insassen im Spiel. Für Dritte bestehe weiter keine Gefahr. Ein Rettungswagen war zwischenzeitlich vor Ort.
Eine Anwohnerin berichtet, es habe schon am Mittag Geschrei aus der Anstalt und einen Notarzteinsatz gegeben.
Und auch am Abend dringt kurzes Geschrei mehrerer Männer aus der Anstalt. Das DRK muss wieder anrücken. Die Insassen klopfen heftig gegen ein Fenster und kreuzen die Arme. Offenbar um zu zeigen: Wir sind hier eingesperrt. Die Lage vor Ort scheint aber unter Kontrolle.
Wie die Polizei in einer abschließenden Pressemitteilung nach 22 Uhr ergänzt, sollen am frühen Abend mehrere Personen gegenüber Mitarbeiter der Abschiebehafteinrichtung aus noch nicht abschließend geklärter Ursache verbal aggressiv gewesen sein. Deshalb seien die Untergebrachten vorsorglich in einem Bereich des Gebäudes separiert worden. Im weiteren Verlauf sei Kontakt zu den 20 betreffenden Personen hergestellt werden können. Diese hätten sich kooperativ gezeigt, sodass alle im Anschluss widerstandslos durch Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz sowie des Polizeipräsidiums Pforzheim in deren Zimmer gebracht werden konnten. Die Untergebrachten, Bedienstete oder Einsatzkräfte seien nicht verletzt worden. Eine Gefahr für unbeteiligte Dritte habe über den gesamten Einsatzverlauf nicht bestanden. Die Ermittlungen des Polizeipräsidiums Pforzheim insbesondere zu den einzelnen Geschehensabläufen dauern weiter an.
Nach knapp vier Stunden wurde der Einsatz noch vor 22.30 Uhr beendet.
Der Artikel wird ergänzt, sobald neue Informationen vorliegen.



