Pforzheim. „Stobbe, gugge, fahre“ – so stand es in den späten 90er- und frühen 2000er-Jahren an einigen Ampelanlagen in Pforzheim. Der Grund für dieses Schild war wiederum ein anderes neu eingeführtes Schild: Der Grünpfeil. Dieses ursprünglich in der DDR genutzte Schild fand nach der Wende auch seinen Weg nach Westdeutschland.
Es ermöglicht Rechtsabbiegern grundsätzlich auch dann abzubiegen, wenn die Ampel rot ist. Einfach losfahren geht aber nicht. Stattdessen muss man an der Haltelinie halten, und nach kommendem Verkehr sowie querenden Fußgängern schauen. Kommt nichts, dann darf gefahren werden. Daher „Stobbe, gugge, fahre“.
Allerdings verschwinden in den letzten Jahren immer wieder Grünpfeile aus dem Stadtbild. Und manchmal fällt es auch erst wirklich auf, wenn ein solches Schild eine Weile weg ist. So auch der an der Brötzinger Brücke, Einmündung Büchenbronner Straße. Bereits im Oktober 2020 war er entfernt worden – und das nicht ohne Grund.
Laut der Stadt sind die Verkehrsbehörden dazu verpflichtet, „für Knotenpunktzufahrten mit Grünpfeil das Unfallgeschehen regelmäßig auszuwerten.“ Wird bei einer solchen Auswertung klar, dass ein Grünpfeil Unfälle begünstigt, dann muss er abmontiert werden. Dies war 2020 sowohl an der Brötzinger Brücke als auch an der Kreuzsteinallee der Fall (die PZ berichtete).
Laut Stadt zeigt der Abbau des Grünpfeils der Brötzinger Brücke Wirkung: Von Oktober 2020 bis heute sei diese Stelle was Unfälle angeht absolut unauffällig. Ein erneutes Aufstellen ist im Übrigen rechtlich unmöglich. „Eine erneute Anbringung des Grünpfeilschildes kann nicht erfolgen. Es besteht hier für Verkehrsbehörden auch kein Ermessen, das heißt Entscheidungsfreiraum“, schreibt die Stadt dazu.

