Pforzheim. Im Rahmen des Studiums generale an der Hochschule hat der Maschinenbau-Ingenieur Andreas Wolf die Zukunft des Maschinenbaus beleuchtet und dabei die „Dinge“ im „Internet of Things“ in den Mittelpunkt gestellt. „Im privaten Umfeld finden sich schon jede Menge Anwendungsmöglichkeiten für das Internet der Dinge“, so Professorin Frauke Sander zum Auftakt der Veranstaltung und führte als Beispiele Smarthome oder Paketverfolgung an.
„Noch viel mehr Möglichkeiten finden sich im unternehmerischen Umfeld.“ Sie machte darauf aufmerksam, dass ein Internet der Dinge nur so gut sein könne, wie die Dinge, die in diesem Netzwerk seien. „Hier liegen sehr spannende neue Zukunftsfelder für Ingenieure, nicht nur für Maschinenbauer, sondern auch für die Elektrotechnik und Mechatronik“, sagte Sander, bevor sie den Referent vorstellte. Wolf ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Firma robomotion GmbH Leinfelden-Echterdingen und Mitglied im Beirat HEED, dem Institute for Human Engineering & Empathic Design an der Hochschule Pforzheim. „Digitalisierung ist in aller Munde“, erklärte Wolf auch mit Blick auf die Pandemie und die digitale Veranstaltung des Studium generale. „Wir sind sehr schnell von Präsenzterminen auf die digitale Welt gekommen.“ Er beschrieb außerdem die exponentielle Wachstumskurve von Rechenleistungen, die für eine weitere Zunahme der digitalen Welt sorgen werde. „Unsere Maschinen im Maschinenbau sollen ähnlich wie Küchengeräte miteinander kommunizieren können oder Informationen austauschen“, wagte Wolf einen Blick in die Zukunft. Den Bereich Maschinenbau beschrieb er als stark exportlastige Branche, aber auch als großen Arbeitgeber von Ingenieuren. „Von 350 000 Mitarbeitern in Baden-Württemberg sind 17 Prozent Ingenieure“, führte er weiter aus, „wir haben eine sehr hohe Ingenieurquote in den Firmen.“ Als Beispiel, was Maschinen mit dem Internet zu tun haben, führte er den Roboter an und zeigte in einem kurzen Film, wie sich ein Roboterarm über ein Handy steuern lässt. Kritisch sah er, dass es immer weniger Studienanfänger in technischen Fächern gebe. Dabei sah er in Zukunft noch viele Herausforderungen, die gelöst werden müssten, darunter die zunehmende Verstädterung, Innovationen für die Landwirtschaft oder das Thema Logistik.
„Hier gibt es viele Chancen auch für kleine Betriebe, Maschinen zu bauen und einen neuen Geschäftszweig aufzubauen“, hob Wolf hervor und betonte, dass immer kleinere Produktionseinheiten gefragt seien, die auch weniger störungsanfällig gegen Viren sind. Er betonte, dass es für Ingenieure viel zu tun gebe.

