Die Sparpolitik der Bundesregierung zeichnet dafür verantwortlich, dass bundesweit Arbeitsagenturen zusammen gelegt werden sollen. Foto: dpa

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Die Sparpolitik der Bundesregierung zeichnet dafür verantwortlich, dass bundesweit Arbeitsagenturen zusammen gelegt werden sollen. Foto: dpa

dpa
Pforzheim
Hauptsitz der Agentur für Arbeit zieht nach Nagold

Pforzheim. Der künftige Sitz der Agentur für Arbeit und damit die Betreuung der Menschen, die Arbeitslosengeld (SGB III-Leistungen) beziehen, ist nach einer aktuellen Entscheidung künftig in Nagold statt in Pforzheim. Bürgermeisterin Monika Müller kann „diese Entscheidung nicht nachvollziehen, da sie an den Interessen und Belangen rund 1300 arbeitsloser Menschen in Pforzheim vorbeigeht und der vorgeschriebenen ortsnahen Leistungserbringung widerspricht“.

Im fernen Berlin und Nürnberg würde an den betroffenen Menschen und der Stadt vorbei eine rein politische Entscheidung getroffen:

Sie befürchtet, dass bei einer Verlagerung der Führungsaufgaben von Pforzheim nach Nagold die spezifischen Probleme und Bedarfe der Region Pforzheim und des Enzkreises, beispielsweise die Vermittlung älterer oder ausländischer Menschen, nicht mehr in der bisher bewährten Weise gewürdigt werden könnten. Auch sei nicht auszuschliessen, dass der an das Arbeitslosengeld anschließende Bezug von Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) seltener als bisher vermieden werden könne. Selbst wenn „nur“ die Führung verlagert werde, bedeute dies eine deutliche Schwächung und lasse die Frage aufkommen, ob nicht der Rest irgendwann nachfolgen solle. Zudem „liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt der Region Nordschwarzwald unter den vier betroffenen Kreisen eindeutig in Pforzheim und dem Enzkreis“, so Monika Müller. Die Erreichbarkeit von Nagold sei darüber hinaus umständlich, sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn benötige man mindestens eine Stunde. Als einzige Großstadt der Region, mit Sitz der Industrie- und Handelskammer oder auch dem Deutschen Gewerkschaftsbund und wichtiger Arbeitgeberverbände als wichtigem Ansprechpartner für die Region Nordschwarzwald „wäre eine Standort-Entscheidung für Pforzheim logisch gewesen“. Diese Entscheidung diene weder den Interessen der Arbeit suchenden Menschen noch den ansässigen Betriebe und deren Vertretungen.