Pforzheim. Rund zwei Jahre hat es vom Gießen der Betonplatte bis zum fertigen Gebäude gedauert. Schon seit ein paar Monaten steht das neue Haus der evangelischen Kirche in der Melanchthonstraße. Ein Gebäude, das laut Pfarrer Hans Gölz-Eisinger veränderbar ist, das wachsen und mit Leben gefüllt werden soll. Er freut sich, dass es gelungen ist, aus dem Raum- und Funktionsprogramm, aus den Wünschen der verschiedenen Nutzer ein bezahlbares und gut aussehendes Haus zu machen. Und er war nicht der Einzige: Hunderte Besucher sind am Sonntag zur Eröffnung gekommen, darunter auch viel Lokalprominenz.
Zuerst haben sie gemeinsam einen Gottesdienst gefeiert, in dem Frank Burghardt als Leiter der Kirchenverwaltung verabschiedet wurde. Danach sind sie ins Freie geströmt, auf den großen, sonnendurchfluteten Platz vor dem neuen Gebäude, der bei Speisen, Getränken und einem bunten Unterhaltungsprogramm zum Verweilen einlud. Jedem war sofort klar, was Frank Fillbrunn meinte, als er das Haus der evangelischen Kirche als „Gewinn für unsere Stadt“ bezeichnete und die Hoffnung äußerte, dass an dieser Stelle eine Art „City-Campus“ entsteht, ein lebendiger Ort der Kommunikation. Dem Sozialbürgermeister gefällt die zentrale Lage, mitten in der Stadt, direkt neben der Kirche. Aufmerksam hat er die Entstehung des Gebäudes verfolgt, das insgesamt rund 13,5 Millionen Euro kostete und eine Gesamtfläche von rund 3600 Quadratmetern in vier nutzbaren Stockwerken bietet. Jochen Rapp vom Oberkirchenrat sprach von einem „imposanten, großen Gebäude“, das für die Landeskirche eine große Herausforderung und Investition gewesen sei. Er erinnerte an einen langen, teilweise nicht einfachen Prozess, in dem viel gerungen wurde. Letztlich ist er aber überzeugt: „Es war die richtige Entscheidung.“ Denn das neue Haus sei „Ausdruck einer lebendigen Gemeinde“, biete kurze Wege und dadurch die Möglichkeit für ein gutes Miteinander.
Nun werden dort unter anderem das Dekanat, die Friedensgemeinde mitsamt Pfarramt, das Schuldekanat, die Diakonie und die Kirchenverwaltung unter einem Dach untergebracht. Rapp lobte die geklinkerte Steinfassade, die zwar beim Bau etwas teurer, aber dafür später nahezu wartungsfrei und damit sehr langlebig sei. Auch Frank Burghardt betont, es handle sich bei Klimaschutz und Ökologie um ein vorbildliches Haus, auch dank der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch er erinnerte sich an ein „sehr heißes Ringen um die Entwürfe“ im Architektenwettbewerb, aus dem letztlich Ansgar und Caterina Lamott als eindeutige Sieger hervorgingen.
Zwei Gebäude umarmen sich
Sie waren von Anfang an begeistert von dem „wunderschönen Ort zwischen den zwei Flüssen“ und fanden die Aufgabe „sehr reizvoll“. Ihnen war es wichtig, mit der benachbarten Stadtkirche in Dialog zu treten und diese mit dem neuen Gebäude so zu „umarmen“, dass es ihr nicht die Show stiehlt. Ansgar Lamott sagte, es sei ein Raum entstanden, den man bespielen könne, den man aktiv gestalten müsse.
Viel Musik zur Einweihung
Genau das findet laut Thorsten Heid bereits statt: Der Leiter der Abteilung Bau und Liegenschaften erklärte, inzwischen seien alle Nutzer gut angekommen und würden den Mehrwert erkennen, der in dem Gebäude liegt. Bei der Eröffnungsfeier hat er immer wieder Führungen angeboten, zeigte unter anderem die Technikräume im Untergeschoss und die Tiefgarage, das für die Öffentlichkeit vorgesehene Erdgeschoss mit seinen Sälen und die Obergeschosse, in denen vor allem Verwaltungsräume untergebracht sind. Die Gäste hörten ihm gespannt zu und nutzten auch gerne die anderen Angebote. Unter anderem gab ein Kinderprogramm, eine kleine Ausbildungsbörse und einen Alterssimulationsanzug. Für Musik sorgten Chorgruppen, das Pforzheimer Bläserensemble, die Künstler Siyou und Lars Quincke sowie Bezirkskantor Wolfgang Bürck, der die Besucher zum Mitsingen animierte.


