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11.10.2011

"Hells Angels" drohen Pforzheimer Polizei

PFORZHEIM. Ein Pressesprecher der „Hells Angels“ hat der Pforzheimer Polizei gedroht. Der Mann hatte Heinrich Maul, ehemaliger Bundesrichter und „Hells-Angels“-Anwalt, interviewt. Der ehemalige Bundesrichter ergriff dabei Partei für den Club.Das Video zum Interview wurde auf einer Internetseite der „Hells Angels“ veröffentlicht. Die Pforzheimer Polizei will sich nicht zu dem Video äußern.

Die Kutten und Embleme der Pforzheimer „Hells Angels“ sind seit Juni aus dem Stadtbild verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt sprach das Innenministerium ein Vereinsverbot aus (die PZ berichtete).

„Wir dulden in Baden-Württemberg keine Gewaltexzesse von Rockergruppierungen“, sagte damals Innenminister Reinhold Gall (SPD). Dieser weiter: „Das Begehen schwerster und zum Teil organisierter Straftaten muss und wird auch zukünftig entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen.“ Wie erst jetzt bekannt wurde, zweifelte der ehemalige Bundesrichter und „Hells-Angels“-Anwalt Heinrich Maul aus Karlsruhe schon wenige Tage nach dem Vereinsverbot dessen Rechtmäßigkeit an und stärkte dem Club den Rücken.

So sagte er, dass die Gründe „wirklich wenig stichhaltig in dieser Sache“ zu sein scheinen. „Gerade bei den Pforzheimer „Hells Angels sind mir Straftaten schwerwiegender Art bisher kaum aufgefallen“, so Maul im Interview mit einem Höllenengel-Pressesprecher. Verbunden mit dem auf einer Internetseite des Clubs veröffentlichten Video sprach dieser Pressebeauftragte eine Drohung gegen Polizeibeamte aus.

Sein „Gruß in die muffigen Amtsstuben“ ging dabei unter anderem gezielt nach Pforzheim. „Was auch immer geschehen wird, wir werden jedenfalls dafür sorgen, dass eure Namen bekannt werden und nie wieder aus dem Internet verschwinden“, so der Höllenengel am Ende des Videos.

Auf PZ-Anfrage teilte ein Sprecher der Pforzheimer Polizeidirektion mit, dass man sich zu dem Video nicht äußern wolle, da noch ein Widerspruchsverfahren gegen das Vereinsverbot laufe. Man gehe allerdings davon aus, dass das Verbot trotz eingelegtem Widerspruchs weiterhin Bestand haben wird.

„Dass man gegen die Organisation vorgeht, da kann ich eigentlich keinen rechten Grund erkennen“, so Maul weiter im Video-Interview. Zu den Mandanten des Karlsruher Anwalts gehört unter anderem auch Sammy K. (Name von der Redaktion geändert). Der ehemalige Vize-Chef des Pforzheimer Clubs wurde im juristischen Nachspiel der Auseinandersetzung zwischen „Hells Angels“ und „United Tribuns“ wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

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