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Kerzen für die Amoklauf-Opfer  eines 24-jährigen Pforzheimer Versandhaus-Mitarbeiters, der im September 2003 mit einem Samuraischwert aus dem Dekorationsbestand des Hauses eine Frau tötete sowie drei weitere Personen und sich selbst schwer verletzt hatte. Bei diesem Ereignis brauchten auch die Helfer der Polizei eine psychologische Betreuung des Kriseninterventionsteams.
Kerzen für die Amoklauf-Opfer eines 24-jährigen Pforzheimer Versandhaus-Mitarbeiters, der im September 2003 mit einem Samuraischwert aus dem Dekorationsbestand des Hauses eine Frau tötete sowie drei weitere Personen und sich selbst schwer verletzt hatte. Bei diesem Ereignis brauchten auch die Helfer der Polizei eine psychologische Betreuung des Kriseninterventionsteams. © PZ-Archiv
25.06.2009

Hilfe für Helfer kommt gut an

PFORZHEIM. Rund 250 Mitarbeiter der Polizei in Pforzheim und ihre Angehörige haben bisher die psychologische Betreuung des Kriseninterventionsteams („Kit“) in Anspruch genommen. Diese Hilfe für Helfer gibt es seit zehn Jahren.

PFORZHEIM. Rund 250 Mitarbeiter der Polizei in Pforzheim und ihre Angehörige haben bisher die psychologische Betreuung des Kriseninterventionsteams („Kit“) in Anspruch genommen. Diese Hilfe für Helfer gibt es seit zehn Jahren.

Bei einer Feierstunde im Lehrsaal der Polizeidirektion Pforzheim hat gestern Günter Sommer, Sprecher des Kriseninterventionsteams der Polizei, an die Anfänge dieser segensreichen Einrichtung erinnert und Bilanz gezogen. Den damaligen Polizeipfarrer Gerhard Hager, der am 12. Mai 1999 zusammen mit zwölf Polizeikräften dieses Hilfsteam gegründet hatte, bezeichnete Sommer als „wichtigen Lotsen“, um die erste psychosoziale Unterstützung aus der Taufe zu heben.

Teil eines Netzwerks

Zwischenzeitlich sei das Kriseninterventionsteam fester Bestandteil eines Netzwerkes der psychosozialen Notfallversorgung in Pforzheim und dem Enzkreis geworden.

Zwei Konfliktberater

Mitarbeitersuche, vier Tagesseminare in der Michaelsgemeinde, eine Dienstvereinbarung zwischen Personalrat und Polizeidirektion, 13 Fortbildungs-Seminare, zwei Konfliktberater-Ausbildungen und zahlreiche Arbeitssitzungen und Supervisionen waren die Meilensteine in der Vergangenheit auf dem Weg zur heutigen Einrichtung. Burkhard Metzger, Leiter der Polizeidirektion Pforzheim, lobte die „kompetenten Ansprechpartner in dieser wertvollen Einrichtung“ und betonte: „Es ist ein gutes Gefühl, ein so starkes Team in der Hinterhand zu haben.“

Gudrun Augenstein. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Notfallseelsorge und Notfallnachsorge beim Roten Kreuz, sprach die guten Ideen sowie die Mitarbeiter „mit Herzblut“ in dieser Einrichtung an, deren Hilfe als guter Ansprechpartner mit keinem Geldbetrag der Welt aufgewogen werden könne.

„Cognac der falsche Weg“

Als Festredner sprach Detlef Behnke, Konfliktberater an der Akademie der Polizei Baden-Württemberg, über den angemessenen Umgang mit Stress und Belastung. Ein Erlass aus dem Jahr 1953, bei dem ein Schluck aus der Dienstflasche Cognac für diejenigen Polizisten offiziell genehmigt worden war, die „ekelerregende Leichen anschauen mussten“ sei jedenfalls nicht der richtige Weg der Bewältigung von Belastungen und Stress.