Da macht das Wetter richtig gute Laune: Die PZ-Redakteure Dennis Krivec, Anke Baumgärtel und Maximilian Lutz (von links) verteilen am Mittwoch kostenlos Wasser vom Teinacher Mineralbrunnen. Foto: Meyer
Pforzheim
Hilfe gegen Hitze: Die PZ verteilt in Mühlacker und Bad Wildbad Wasser - Aktion in Pforzheim aufgrund der Bombendrohung abgesagt

Pforzheim/Offenbach. Wem es am Dienstag schon zu warm war, wird heute bei brütender Hitze leiden: Die Temperaturen könnten bis auf 40 Grad steigen. Dass der Allzeitrekord von 40,3 Grad fällt, halten Meteorologen zwar für unwahrscheinlich. Der Juni-Höchstwert von 38,5 Grad, gemessen am 27. und 28. Juni 1947 in Bühlertal, könnte aber wackeln.

In Pforzheim hat Meteomedia am Montag um 17 Uhr 32 Grad gemessen, in Bad Wildbad 31,8 und in Mühlacker 33 Grad.

Da ist Erfrischung nötig: Deshalb wird die PZ am Mittwoch kostenlos Wasser verteilen. Jeweils um 12.30 Uhr gibt’s die Getränke von Teinacher. In Mühlacker stillt die PZ den Durst vor der PZ-Geschäftsstelle an der Bahnhofsstraße 52 und in Bad Wildbad an der Talstation der Sommerbergbahn. Auch in Pforzheim war eine Verteilaktion geplant: In der Fußgängerzone beim "Dicken". Aufgrund der Bedrohungslage vor Ort wird diese jedoch kurzfristig abgesagt. Die PZ bittet hierfür um Verständnis. Sobald ein Ersatztermin steht, wird dieser bekanntgegeben.

Sengende Hitze macht sich über Pforzheim und dem gesamten Enzkreis breit. Die Temperaturen klettern in dieser Woche über die dreißig Grad Marke hinaus und halten sich konstant auf dieser Höhe. Egal ob auf der Durchreise, in der Innenstadt oder im Freibad, die Pforzheimer verrieten uns ob und wie sie mit diesen Temperaturen zurechtkommen:

Wie in jedem Sommer bringt die Hitze auch Gefahren mit sich. Riskant für die Gesundheit ist dieser Tage auch die UV-Belastung. Wenn beides hoch ist, wie in diesen Tagen, wird es gefährlich. Dann gilt es nach Möglichkeit zwischen 11 und 15 Uhr den Aufenthalt im Freien zu vermeiden, auch im Schatten sonnendichte lange Kleidung zu tragen, eine Sonnenbrille und einen breitkrempigen Hut aufzusetzen und Sonnencreme zu verwenden.

Gefährlich wird es auch, wenn Mensch oder Tier bei dieser Hitze im Auto eingeschlossen sind. In Feldkirchen bei München schloss eine Mutter am Montag versehentlich ihr Kind im Auto ein. Weil sie den Wagen nicht mehr öffnen konnte, kam die Polizei zur Hilfe. Das Kind blieb unverletzt. In Schorndorf rettete die Polizei ein drei Monate altes Baby aus einem Auto, dessen Tür defekt war. In Euskirchen soll ein Mann seinen Hund in einem überhitzten Campingbus gelassen haben. Zeugen wurden auf das jaulende Tier aufmerksam und riefen die Polizei, die den Hund befreite.

Wegen der hohen Temperaturen müssen Autofahrer auf deutschen Autobahnen mit zeitweiligen Tempolimits rechnen. Im Südwesten hat das Regierungspräsidium Stuttgart eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung verfügt. Betroffen ist ein drei Kilometer langer Abschnitt der A7 südlich der Anschlussstelle Westhausen im Ostalbkreis, wie die Behörde mitteilte. Im benachbarten Bayern kommt ein fünf Kilometer langer Abschnitt der A7 in nördlicher Richtung ab der Anschlussstelle Dinkelsbühl/Fichtenau hinzu. Auf diesen Strecken gilt seit gestern Tempo 80 – voraussichtlich bis zum 4. Juli. Hauptgrund ist die Gefahr plötzlicher Verwerfungen von Betonfahrbahnen, sogenannter Blow-ups. Nebeneinander liegende Betonplatten können sich bei großer Hitze nicht ausreichend ausdehnen, wenn die Abstände zwischen ihnen nicht elastisch genug sind. Sie können sich übereinander schieben, aufwölben oder gar aufplatzen.

Mit der Hitze kommt die Dürre: Nach dem Extremjahr 2018 ist Deutschland nun bei der Trockenheit zweigeteilt. Während es in der Südhälfte nur wenig Probleme damit gibt, fehlt im Norden Wasser im Boden. Das geht aus dem Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig hervor. Im Norden und Osten fehle Regen, sagte UFZ-Klimaforscher Andreas Marx. Für die Landwirtschaft, die Wälder und die Frachtschifffahrt könne der Wassermangel zu Problemen führen. Man dürfe die Lage aber nicht überdramatisieren, sagte Marx. Mit 2018 sei die Lage nicht zu vergleichen. Lebenswelten, Seite 25