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Treffen mit dem Thema Sicherheit einen wunden Punkt: der Erste Bürgermeister Dirk Büscher (links) und CDU-Stadtverbandschef Thomas Dörflinger beim Infoabend ihrer Partei im „Schlosskeller“.
Treffen mit dem Thema Sicherheit einen wunden Punkt: der Erste Bürgermeister Dirk Büscher (links) und CDU-Stadtverbandschef Thomas Dörflinger beim Infoabend ihrer Partei im „Schlosskeller“.
06.12.2017

Hilferufe der Geschäftsleute bei Vortrag zur Sicherheit

Die Zeichen stehen auf einen informativen, aber gemütlichen Stammtischabend. Auf Einladung des CDU-Stadtverbands stellt der Erste Bürgermeister Dirk Büscher am Dienstagabend im „Schlosskeller“ jene Bestandteile des städtischen Sicherheitspakets vor, die bereits wiederholt präsentiert wurden (die PZ berichtete). Doch dann gibt es doch brandheiße Infos – aus dem Zuhörerraum. Hilferufen gleichen die Wortmeldungen direkt Betroffener aus der City. Das löst beherzte Diskussionen aus.

Was sagt der Einzelhandel? Im Publikum sitzt Rita Phieler, die Centermanagerin der Schlössle-Galerie. Sie rückt „große Probleme“ in den Fokus, hauptsächlich im Eingangsbereich der Galerie. Dieser werde verstärkt zum Sammel- und aus ihrer Sicht auch zum Brennpunkt, vor allem durch „Menschen mit Migrationshintergrund“. Gerade in den Sommermonaten säumten oft Cliquen die Wege, auch auf dem SchlössleDach. „Wir mussten beim Sicherheitsdienst derartig aufstocken“, so Phieler, die von Belästigungen, Vandalismus, Ruhestörung und „Ärger im Gastronomiebereich“ berichtet. Die Zahl der Hausverbote sei enorm gestiegen – eine „besorgniserregende Tendenz“. Die Folgen: mehr Personal, das mehr Stunden leiste, kaum zu stemmende Nebenkosten für die Mieter und ein Malus für Kunden, die eine „Wohlfühlatmosphäre“ erwarten und sich „im Haus frei bewegen wollen“.

Was berichten Gastronomen? Seit 13 Jahren führe er die „Sensi“-Bar, sagt Enzo Bottazzo, aber erst seit etwa drei Jahren müsse er nachts immer wieder die Tür abschließen, um seine Gäste vor Randale und Polizeieinsätzen am Schloßberg zu schützen. Robert Boras, der neben dem Club „Como“ auch eine Disko in Karlsruhe betreibt, sieht ein gesamtgesellschaftliches Problem. In Karlsruhe gehe es zuweilen noch schlimmer zu. Er müsse sogar Mitarbeiterinnen durch Sicherheitspersonal schützen lassen, die vor der Tür fegen. Auch in Pforzheim würden Frauen auf dem Weg zum Club „angegrabscht“. Die Zahl der weiblichen Besucher sinke drastisch, bestätigt Bottazzo.

Was meinen die Kunden? Jene Personengruppen wirkten abschreckend, sagt eine Zuhörerin: „Ich werde verfolgt von Blicken.“ Nach 19 Uhr gehe sie nicht mehr in die Schlössle-Galerie.

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