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Mit solchen Fahrzeugen soll das Vorhaben gelingen.  Foto: Hochschule Pforzheim 

Hochschule Pforzheim beteiligt an europäischem Projekt zum autonomen Personenverkehr

Pforzheim. Lösungen für verkehrsüberlastete Großstädte unter Berücksichtigung ökologischer, individueller und gesellschaftlicher Mobilitätsaspekte zu entwickeln: Das ist Ziel des Projekts „Avenue“, dem französischen Wort für größere Straßen in Städten. Es wird finanziert durch das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020. Eine multinationale Gruppe aus Industrie, Städten und Forschern an einer europäischen Antwort auf die Frage nach tragfähigen Konzepten für autonomes Fahren in Ballungsräumen. Die Hochschule Pforzheim ist als deutscher wissenschaftlicher Partner Teil der Fördermaßnahme.

Professor Guy Fournier, der an der Hochschule Pforzheim lehrt und forscht, ist einer der Initiatoren dieses Projekts, das den öffentlichen Nahverkehr in Städten durch den Einsatz von autonomen Minibussen revolutionieren will. Zusammen mit Professor Tobias Viere vom Institut für Industrial Ecology und Marktpsychologin Professorin Gabriele Naderer bringt er das praxisorientierte Fachwissen und die interdisziplinäre Forschungserfahrung der Hochschule Pforzheim in das Großvorhaben ein. „Wir sind stolz Teil dieses Projekts zu sein und Lösungen aus Europa zu liefern, die den Weg für die autonome Mobilität weltweit ebnen könnten“, freut sich Fournier aus dem Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen über den erfolgreichen Zuschlag der Forschungsgelder für dieses Projekt.

Tests in vier Ballungsräumen

Die Forschergruppe von Avenue (einer Abkürzung von Autonomous Vehicles to Evolve to a New Urban Experience, zu deutsch: Autonome Fahrzeuge zum Herbeiführen neuer städtischer Erfahrungen) – verfolgt einen Ansatz, der vielversprechend ist: Flotten von autonomen Kleinbussen vom Projektpartner Navya sollen in Gebieten mit geringer bis mittlerer Nachfrage in vier europäischen Städten - Genf, Lyon, Kopenhagen und Luxemburg – sowie später in zwei weiteren Städten betrieben werden. Die Vision: Diese Busse sollen in Zukunft nicht einfach in den bereits bestehenden vorterminierten Nahverkehrsfahrplan eingefügt wurden, sondern in Form einer „Mobility Cloud“ intelligent und flexibel auf die Mobilitätsbedürfnisse der Stadt und ihrer Bewohner reagieren.

Die angestrebte Lösung ermöglicht sicheren, effizienten, umweltfreundlichen Nahverkehr, der die Mobilitätsansprüche einer großstädtischen Bevölkerung erfüllt und individuelle Transporte von A nach B genau dann anbietet, wenn diese gebraucht werden. Unter Federführung der Universität Genf wird eine europäische Forschergruppe in den kommenden vier Jahren tragfähige Konzepte für den autonomen öffentlichen Nahverkehr in Städten entwickeln.

20 Millionen Euro von der EU

Das Projekt wird mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro durch die EU gefördert. Das Team besteht aus 16 Partnern aus sieben europäischen Ländern und vereint Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis. Bildungs- und Forschungseinrichtungen sind ebenso vertreten wie Industrieunternehmen und öffentliche Nahverkehrsbetriebe. Auf Sicherheitsstandards und mögliche Risiken wird im Rahmen des Feldversuchs besonderes Augenmerk gelegt. Als deutsche Partner sind die Hochschule Pforzheim sowie Siemens in diesem Team vertreten. pm