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Der Gesundheit verpflichtet: Frank Geissler, Chef der DAK-Gesundheit im Enzkreis, Siloah-Verwaltungsdirektor Jürgen Scherle und Facharzt Ralf Müller-Lenz (von links).
Der Gesundheit verpflichtet: Frank Geissler, Chef der DAK-Gesundheit im Enzkreis, Siloah-Verwaltungsdirektor Jürgen Scherle und Facharzt Ralf Müller-Lenz (von links).
27.09.2016

Hoher Krankenstand in Pforzheim und Enzkreis alarmiert DAK

Pforzheim. Der Krankenstand der DAK-Versicherten in Pforzheim und dem Enzkreis lag im vergangenen Jahr mit 3,9 Prozent über dem Landesdurchschnitt (3,5 Prozent) und ist im Vergleich zum Jahr 2014 um 0,5 Prozent gestiegen. Das hat der Chef der DAK Gesundheit im Enzkreis, Frank Geissler, anlässlich einer Pressekonferenz im Siloah St. Trudpert Klinikum bekanntgegeben.

Die Krankenkasse mit bundesweit 6,8 Millionen Versicherten hat eine Marktanalyse, den so genannten Gesundheitsreport, erstellt und aus den Bundesdaten Rückschlüsse auf die 19 000 Versicherten in der Region gezogen. Demnach nehme Pforzheim in Sachen hoher Krankenstand im Landesvergleich den zweiten Platz ein. Die Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachten mit 23,8 Prozent die meisten Fehltage in der Region (64 220) und seien führend im Land, gefolgt von Atemwegserkrankungen und psychischen Leiden. „Wir gehen deshalb in die Firmen und klären auf“, sagte Geissler. Auch existierten Spezialverträge mit Kliniken, um die Behandlung der Versicherten zu beschleunigen. 3,5 Prozent der Erkrankten verursachten fast die Hälfte aller Fehlzeiten. Dabei seien Frauen häufiger krank als Männer, aber dafür nicht so lang.

Laut Ralf Müller-Lenz, Facharzt für Psychosomatische Medizin am Siloah St. Trudpert Klinikum, ist die Zunahme der psychischen Erkrankungen (von 14 Prozent auf 15,7 Prozent) darauf zurückzuführen, dass die Diagnosen genauer gestellt würden und die Patienten die Krankheit besser akzeptieren könnten. Erhöhte Stressfaktoren etwa am Arbeitsplatz als Ursache würden in Fachkreisen diskutiert. Laut Gesundheitsreport lag die Zahl der Krebserkrankungen im Jahr 2015 bei Frauen um 550 Prozent höher als bei den Männern, in Baden-Württemberg um 93 Prozent. Einen Aufschluss über die Ursache gebe der Report nicht, sagte Geissler.

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