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In einer nächtlichen Aktion wurde daraus dann die „schwarze Villa“, ein Kunstprojekt des Pforzheimers Andreas Sarow. Foto: Sarow
12.04.2018

Hohes Bußgeld droht: „Schwarze Villa“ bringt Andreas Sarow vor Gericht

Pforzheim. Er weiß, wie man für Aufsehen sorgt: der Pforzheimer Künstler Andreas Sarow. Am Freitag feiert sein Projekt „Das bedrohte Haus“ im Rodgebiet Finissage. Immer wieder waren seine Inszenierungen kontrovers diskutiert worden. Die „schwarze Villa“, Friedenstraße 103, die er im Sommer 2015 über Nacht schwarz eingefärbt hatte, könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Interview mit Andreas Sarow zum "bedrohten Haus"

Bildergalerie: "Das bedrohte Haus" - Die Enstehung eines Kunstprojekts

Kommende Woche Freitag, 20. April, steht der 43-Jährige wegen einer Ordnungswidrigkeit vor dem Pforzheimer Amtsgericht. Aber auch in diesem Fall weiß er, wie man sich verkauft: „Ich würde für meine Überzeugung für die Kunst in den Knast gehen“, zeigt er sich kämpferisch gegenüber der PZ. Er findet: „Kunst braucht keine rechtliche Auseinandersetzung.“ Andreas Sarow habe das Kulturdenkmal im Rodgebiet „ohne Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde in seinem Erscheinungsbild beeinträchtigt“, indem er sämtlichen von der Straße aus sichtbaren Teilen wie Wände, Fenster, Tür und Dach einen monochromen Farbanstrich verpasst habe, zitiert die Leitende Oberstaatsanwältin Sabine Mayländer aus der Anklageschrift. „Das Vorhaben wurde weder beantragt, noch wäre es genehmigungsfähig gewesen“, fügt sie hinzu.

Ursprünglich war ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro festgesetzt worden. Der Bescheid erreichte Sarow bereits Ende 2015. Er legte Einspruch ein. Daraufhin landete das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft. Nimmt Sarow den Einspruch nicht zurück, könnte es am Ende sogar teurer für ihn werden: Der Bußgeldrahmen liegt laut Mayländer bei 250.000 Euro. In schwerwiegenden Fällen könnten gar bis zu 500.000 Euro drohen.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Schrader
13.04.2018
Hohes Bußgeld droht: „Schwarze Villa“ bringt Andreas Sarow vor Gericht

Das Treiben dieses 'Künstlers' halte ich nicht nur für brotlose Kunst, nein, es ist noch wesentlich schlimmer, es ist kapitalvernichtende Kunst. Nun muss er Verantwortung dafür übernehmen. Gut so! Da es bei einer Verhandlung wohl kaum günstiger als die im Bußgeldbescheid festgesetzten 50 Riesen werden wird, wäre es ratsam, den Einspruch kurzerhand zurückzuziehen. Der Lerneffekt hat bei Herrn Sarow offensichtlich bereits eingesetzt. Das gelbe Häuschen wird wohl keine rechtlichen Folgen nach ...... mehr...

ROSAROT
13.04.2018
Hohes Bußgeld droht: „Schwarze Villa“ bringt Andreas Sarow vor Gericht

Naja !! Hat sich denn das nun aufgewachte Denkmalsamt eigentlich an der Renovierung der Villa beteiligt ??? Nach meinen Erfahrungen mit diesem "Verein" wohl kaum........ Denn diese Renovierung ist ja laut Bericht und laut eigener Inaugenscheinnahme längst erfolgt und sieht recht gelungen aus. Was soll also noch das ganze Theater ??? Ob diese kurzzeitig schwarze Fassade Kunst war, kann man ja diskutieren. Aber ist dies wirklich eine solche Strafe wert ???? mehr...

OB-Kandidat
13.04.2018
Hohes Bußgeld droht: „Schwarze Villa“ bringt Andreas Sarow vor Gericht

Wenn das Denkmalamt sich in anderen Fällen - wo es wirklich um etwas geht - ähnlich restriktiv verhalten würde, ... könnte man den Laden vielleicht ernst nehmen. Der Zubau der Schlosskirche z. B wäre so ein Fall gewesen. Das gesvchmacklich fragwürdige Il Tronko, verstellt den Blick auf unser ältestes und prägendstes Bauwerk der Innenstadt. mehr...

Schreiberling
13.04.2018
Hohes Bußgeld droht: „Schwarze Villa“ bringt Andreas Sarow vor Gericht

Vielleicht sollte Mal im Denkmalamt jemand ins Grundgesetz schauen. Kunstfreiheit und so. Und wenn ein Gericht feststellen will, was Kunst ist und was nicht, dann wird es richtig spannend. Auch die Tatsache, dass das Erscheinungsbild des Gewerks vorher und nachher keinerlei Erscheungsänderung erkennen lässt, zeigt, dass hier keine dauerhafte Verunstaltung oder Umgestaltung vorgenommen wurde.... mehr...