Wieder da: die „Alltagsmenschen“ (links). Und verschwunden: die „Grazien“.
Klimanski (links), Wittek, Fotomontage: PZ
Pforzheim
Hokus, pokus, unsichtbar: Wohin sind eigentlich die "Grazien" verschwunden?

Pforzheim. Am Walpurgis-Wochenende dürfen wir uns dem Mysterium eines ungelösten Pforzheimer Vermisstenfalls widmen: Was wurde aus den „Grazien“, jenen bunten Bronze-Figuren von Wolfgang Thiel, die 1984 in der damals neuen Fußgängerzone ihren Platz gefunden haben? Daran erinnerte jüngst ein weiteres Verschwindibus von Kunst im öffentlichen Raum – das der poppigen „Alltagsmenschen“-Skulpturen. Genauer gesagt: ihre Rückkehr, nach Behebung eines Vandalismus-Schadens, an neuem Standort und personell aufgestockt.

Eine Kolumne von PZ-Redakteur Marek Klimanski

Die „Grazien“ hingegen wurden 2017 bei der Umgestaltung der City entfernt – und sollten erst in Brötzingen, dann in Dillweißenstein wieder installiert werden. Das klappte nicht. „Unser Kulturamt befindet sich hierzu in engem Austausch mit dem Künstler. Allerdings ist ein neuer Standort bislang nicht definiert“, teilt der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee auf Anfrage mit.

Wieder da: die „Alltagsmenschen“.
Klimanski
Drei Grazien
Verschwunden: die „Grazien“.
Wittek

Nicht die einzige Kunst in Pforzheims innerstädtischem öffentlichen Raum, die von Lageristen statt Galeristen betreut wird: Die gleichfalls von Thiel geschaffene Figur „Pforzheimer Mädchen“ vorm Sinn&Leffers teilt das Schicksal. Und ebenfalls eingelagert: Rolf Grögers denkmalgeschütztes Mosaik des früheren Marktplatzes, das mit dem Neuen Rathaus ein Gesamt-Ensemble bildete. Wie wunderbar könnten auf jener Mosaikfläche die „Grazien“ nebst „Mädchen“ in vollmondbeschienenen Walpurgisnächten tanzen! Aber ach: Es ist – wie verhext.