nach oben
Die Huchenfelder Ortsvorsteherin Sabine Wagner (rechts) übergibt dem Fachbereichsleiter der Jugendarbeit Stadtteile (Jast) des Stadtjugendrings, Axel Baumbusch (links), und Jast-Mitarbeiterin Sophie Essich die gesammelten Spenden des Ortschaftsrats. Das Geld soll dazu beitragen, den Jugendtreff auch weiterhin von Montag bis Freitag öffnen zu können. Foto: Ketterl
Die Huchenfelder Ortsvorsteherin Sabine Wagner (rechts) übergibt dem Fachbereichsleiter der Jugendarbeit Stadtteile (Jast) des Stadtjugendrings, Axel Baumbusch (links), und Jast-Mitarbeiterin Sophie Essich die gesammelten Spenden des Ortschaftsrats. Das Geld soll dazu beitragen, den Jugendtreff auch weiterhin von Montag bis Freitag öffnen zu können. Foto: Ketterl
23.02.2018

Huchenfeld und Würm kämpfen um ihre Jugendtreffs

Pforzheim-Huchenfeld. Bislang konnten Jugendliche in Huchenfeld und Würm an fünf Tagen in der Woche, insgesamt 20 Stunden, das Jugendhaus besuchen. Seit dem 1. Januar werden von der Stadt aber nur noch neun Stunden bezahlt. Um die Jugendarbeit nicht zu gefährden, hat der Huchenfelder Ortschaftsrat nun Geld gesammelt – und der Würmer Ortsvorsteher richtete deutliche Worte an OB Peter Boch.

Mit dem Beschluss der Stadt, künftig Fachkräfte in den Treffs einsetzen zu wollen und die Angebote auf dem Haidach und in der Nordstadt auszuweiten, sehen die Ortsteile ihre Jugendarbeit in Gefahr. Denn künftig sollen die Treffs nur noch neun Stunden pro Woche geöffnet sein.

Ein Entschluss, der die Ortschaftsräte auf die Barrikaden trieb. „Wenn man mit diesen über eine lange Zeit gewachsenen Strukturen so ein hohes Niveau erreicht wie hier in Huchenfeld, ist es nicht sinnig, diese wieder abzubrechen, nur um anderswo Lücken zu füllen“, ärgerte sich der Huchenfelder Ortschaftsrat Gunter Raible (CDU). Denn eines sei klar: Hätte man die Jugendlichen erstmal verloren, könnten die Beziehungen nicht einfach wieder aufgebaut werden.

Einigkeit herrschte beim Rat auch darüber, dass Fachkräfte zwar wünschenswert seien, die Jugendarbeit im Ort aber auch mit einer Bundesfreiwilligendienstleistenden und einer Honorarkraft funktioniere. „Wir sind sehr zufrieden“, erklärte die Huchenfelder Ortsvorsteherin Sabine Wagner. Damit kein Jugendlicher bis zur Gemeinderatssitzung im März, in der die Stadträte über die nötigen Mittel für den Erhalt der alten Öffnungszeiten abstimmen wollen, vor verschlossenen Türen stehen muss, startete Wagner eine Spendenaktion. „Die Jugendarbeit in unserem Stadtteil ist uns jeden Cent wert“, erklärte sie.

Dass Räte und Bürger selbst in die Tasche greifen müssen, um die Jugendarbeit in vollem Ausmaß zu erhalten, führte zu einer Grundsatzdiskussion darüber, wofür die Stadt Geld ausgibt. Oberbürgermeister Bochs Erklärung, dass die finanziellen Mittel derzeit nicht ausreichten, um die alten Schließzeiten aufrechtzuerhalten, rief den Würmer Ortsvorsteher Rüdiger Nestler auf den Plan. „Das darf nicht unwidersprochen bleiben, es ist nur ein Stück der Wahrheit. Herr Boch sagt, die Mittel seien nicht vorhanden, das ist nicht wahr“, so Nestler. Jüngst habe der Gemeinderat 750.000 Euro für das Sicherheitspaket und 250.000 Euro für „Bochs Brötchentaste“ bewilligt. Geld sei also da, die Frage sei, wofür man es ausgebe.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.