Pforzheim. Seit fünf Jahren besteht die katholische Kirchengemeinde Pforzheim, zu der die Stadtgemeinden mit ihren Filialgemeinden zählen. Seit dieser Zeit ist immer zum Start in das Neue Jahr ein gemeinsamer Gottesdienst aller Gemeinden am Neujahrstag angesiedelt, zu dem seit einigen Jahren die Familie Scheidtweiler den Gasometer zur Verfügung stellt.
Da die Zahl der Besucher von Jahr zu Jahr stieg, war in diesem Jahr im Erdgeschoss des großflächigen Gemäldes von Yadegar Asisi des Great Barriers Reef der Altar aufgebaut. Wolfgang Scheidtweiler persönlich fuhr dazu den erkrankten Dekan Bernhard Ihle in den umfunktionierten Gottesdienstraum. Dieser bedankte sich auch gleich für die vielfältigen Hilfen, die er in den vergangenen Wochen erfahren durfte und für die fürsorgliche ärztliche Betreuung, die es ihm möglich machte, dass er auch in diesem Jahr wieder den Gottesdienst im Gasometer mitfeiern konnte. Gleichzeitig stellte er auch seinen Nachfolger Pfarrer Georg Lichtenberger vor, der ebenfalls bei seiner Begrüßung der großen Kirchengemeinde betonte, dass es an ein Wunder grenze, dass Dekan Ihle den Weg zum Gasometer mit großer Unterstützung schaffte.
Die Leitung des Gottesdienstes hatte dann auch Lichtenberger. Ihm assistierten Vikar Thomas Stricker, Pfarrer Michael Dederichs und Pater Maria Arkiadoss Antonyrai, der die Kirchengemeinde Pforzheim seit einiger Zeit verstärkt. Für den gehaltvollen musikalischen Rahmen sorgten die Francis Singers der Gemeinde Franziskus unter der Leitung von Diethard Stephan Haupt.
Pfarrer Lichtenberger ging bei seiner Predigt auf Silvester ein, dessen Höllenlärm mit Raketen, Böllern und Leuchtkugeln den Sinn hatte, die bösen Geister zu vertreiben. Leider funktioniere dies aber nicht, da in unserer Welt Gewalt, Ausgrenzung, Not, Elend und Krankheit zum Alltag gehörten. In dieses Chaos stellte er die Zusage Gottes: Ich bin bei dir, ich halte und trage dich. Die Raketen hinterlassen zwar Leuchtspuren gegen die Dunkelheit. Aber dies sei nur eine Momentaufnahme, führte er aus. Bereits Paulus habe gewusst, dass viele Gesetze und Regeln die Menschen einengten. Gott wolle aber nicht, dass die Menschen sich wie Marionetten bewegten, sondern ein selbstbestimmtes Leben führen. Lichtenberger wies auch darauf hin, dass die Kirche dorthin gehen müsse, wo sich die Menschen bewegten und unterstrich so, dass der Gasometer als Schauort des Gottesdiensts ein richtiger Weg sei.
Er forderte auch zum Zusammenhalt der Kirchengemeinden auf, die mit immer neuen Aufgaben konfrontiert würden und bat um die Zusammenarbeit aller Christen zum Wohl der Stadtgemeinschaft.
Mehr über den Neujahrsgottesdienst der Katholiken lesen Sie am Freitag, 3. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.


