Pforzheim. Bis Ende September ist die Belfortstraße zur Enz hin ein Spielplatz. Kleine Weststädter haben ohnehin zu wenig Raum. Autos genießen einen hohen Stellenwert.
Es gibt sie tatsächlich, diejenigen, die dort lieber Autos fahren als Kinder spielen sehen: Bei beiden Bürgermeistern, die gestern bei der offiziellen Einweihung der vorübergehenden Spielstraße am südlichen Ende der Belfortstraße vorbeigeschaut haben, sei ein entsprechendes E-Mail eingegangen, wie Frank Fillbrunn (Soziales) und Sibylle Schüssler (Bauen) berichten. All diejenigen aber, die zu dem kleinen Fest eine Woche nach Schaffung der Spielflächen und des Vordachs durch die vielfach gelobten Technischen Dienste gekommen sind, freuen sich. Auch namens ihres Kollegen Fillbrunn weist Schüssler im Beisein mehrerer Stadträte auf die sozialen Herausforderungen in der Weststadt hin. „Es geht darum, Straßenraum für Begegnung zu schaffen und dem Menschen ein Stück Stadt zurückzugeben“, sagt Schüssler. Das sei gerade in dieser Stadt gar nicht so einfach.
Ute Hötzer (Q-Prints), vor deren Quartierszentrum West die Fläche geschaffen wurde, erinnert an die vielen Weststadtkinder ohne eigenes Zimmer in der elterlichen Wohnung, für die es auch draußen im Stadt nicht eben viel Raum gebe. Hanno Weber, Prodekan vom Projektpartner Hochschule Pforzheim, lobt den Sinn des Spielens – und: „Pforzheim tut eine solche Insel im wilden Strom des Verkehrs gut.“ Am meisten aber freuen sich die Kinder, die in Sicherheit spielen können, weil ein Stück Asphalt vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurde.

