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19.03.2015

Im Video: So war die Sonnenfinsternis 1999 in Pforzheim

Drei Viertel der Sonne wird der Mond am Freitag über Pforzheim verdecken – eine ähnliche Verdunklung wird es erst in elf Jahren wieder geben. Aber wo ist das Himmelsereignis am besten zu sehen? Und wie gefährlich ist das? Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen zur partiellen Sonnenfinsternis.

Wo ist die Sonnenfinsternis am besten zu beobachten?

Umfrage

Haben Sie sich die Sonnenfinsternis angesehen?

Ja 43%
Nein 57%
Stimmen gesamt 161

Wer die Sonnenfinsternis in Pforzheim und der Region verfolgen will, der muss sich ein nach Süden freies Sichtfeld suchen. Ideal wären unter anderem der Wartberg oder der Wallberg in Pforzheim, freie Flächen nördlich der Stadt bei Kieselbronn oder Neulingen.

Wann ist was zu sehen?

Dunkel wird es nicht bei der Sonnenfinsternis am Freitag. Denn der Mond verdeckt in der Region rund um Pforzheim in der maximalen Phase nur zu 72 Prozent die Sonne. Um 9.28 Uhr beginnt das Spektakel, dann knabbert der Mond die noch relativ flach über dem Horizont stehende Sonne an. Das Maximum wird um 10.37 Uhr erreicht, dann steht die zu drei Viertel vom Mond bedeckte Sonne 34Grad über dem Horizont. Um 11.48 Uhr verschwindet der Erdtrabant wieder aus dem Feld der Sonne. Die Totale Sonnenfinsternis kann im Nordatlantik verfolgt werden, das die längste Phase mit 2.27 Minuten gibt es zwischen Nordschottland und Island. Das Himmelsereignis endet genau über dem Nordpol.

PZ-Fotograf Gerhard Ketterl schreibt über die vergangene Sonnenfinsternis

Es war eine aufregende Zeit, die Wochen vor der totalen Sonnenfinsternis, die am 11. August 1999 die Region in ihren Bann zog. Zwei Jahre vorher stieß ich eher durch Zufall auf das Ereignis, und der ehemalige Verkehrsdirektor Wolfgang Trautz war damals schon von meiner Idee begeistert, in Pforzheim eine große Sofi-Party zu organisieren. So kam es dann auch. Doch bevor es so weit war, recherchierte ich zusammen mit Kollegen alles rund um das Thema Sonnenfinsternis. Aufklärungsarbeit war nötig, denn die Pforzheimer hatten ja bis zu diesem Datum noch keine Totale Sonnenfinsternis vor der Haustür erlebt. Auch ich als Fotograf fieberte dem Ereignis entgegen. Viele Tests im Vorfeld, Mehrfachbelichtungen wegen der einzelnen Phasen mit der Hasselblad und auf die neue Digitalkamera das alte Novoflex-Objektiv mit Konverter geschraubt, um noch mehr Brennweite zu bekommen. Alles war gerichtet. Das Himmelspektakel konnte kommen. In Hohenwart auf der von Vermessungsingenieuren ausgewiesenen Zentrallinie stand ich postiert mit den beiden Kameras – doch die Sofi kam nicht. Stattdessen dunkle Wolken und zum Zeitpunkt der rund zwei Minuten andauernden Verfinsterung öffnete der Himmel seine Schleusen. Und ich musste auch das Taschentuch zücken. Mir kamen die Tränen, die Enttäuschung über das verpasste Spektakel stand mir auch noch Stunden später ins Gesicht geschrieben.