Wer zum IT-Experten werden will, braucht Schneid und gute Ideen: Die Schülersprecherinnen Tina Reckert (links) und Kira Noel eröffnen mit Schulleiter Bernhard Steger den neuen Innovationsraum im Hebel-Gymnasium.
Pforzheim
Innovationsraum an Pforzheims Hebel-Gymnasium: Nicht nur Schüler finden’s klasse
  • Claudius Erb

Pforzheim. Zum Spaß gibt Oberbürgermeister Peter Boch für Minuten den Lehrer und prüft per digitalem Klassenbuch, das am Hebel-Gymnasium seit Beginn dieses Schuljahrs Standard ist, die Anwesenheit der Schüler. Wer fehlt, wird einfach mit dem Finger aus der Liste auf dem Handy gewischt.

„Wem ist es wichtig, dass die Stadt das Thema Digitalisierung vorantreibt?“, ruft Boch ins Rund. Alle Hände gehen nach oben, nicht nur jene der Schüler. Auch Schulleiter Bernhard Steger und sein Stellvertreter Stefan Bäuerlein haben die Zeichen der Zeit erkannt. An ihrer Schule gibt es bereits das Profilfach Informatik – und nun erhält das „Hebel“ einen weiteren Impuls.

Ein Creative Space, also ein Innovationsraum wurde geschaffen – mit hohem eigenem und städtischem Engagement, aber auch dank eines Schulterschlusses mit der Wirtschaft.

Die Klingel-Gruppe hat jene selbst gebauten Möbel zur Verfügung gestellt, die jüngst beim Hackathon der digitalen Profis zum Einsatz kamen (die PZ berichtete). Die Agentur Campaigners Network von Philipp Dörflinger und Clemens Sadler entwickelte das Nutzungskonzept, und das IT-Unternehmen Meyle + Müller stiftete einen Hochleistungsbeamer. Es gehe darum, junge Menschen sehr früh für IT zu interessieren, weil das die Kommune insgesamt voranbringen und der Wirtschaft Fachkräfte bescheren könne, sagt Firmenchef Eugen Müller. Lockere Gestaltung, kreative Arbeitsmöglichkeiten: Das Zimmer gleiche jenen Räumen, in denen aufstrebende Start-ups zu Werke gehen. „Wer reinkommt, muss gleich sehen: Das hier ist was Tolles, das Spaß macht.“

Ein ganz normales Klassenzimmer mit Tafel und klassischer Bestuhlung hat sich über die Sommerferien tatsächlich in eine Kreativzone verwandelt. „Mit wenigen Mitteln und viel Kreativität wurde hier etwas Schönes auf die Beine gestellt“, sagt Philipp Dörflinger.

In dem frisch gestrichenen, mit neuem Bodenbelag versehenen Raum gibt es nun mehrere Bereiche: kleine Gruppenarbeitstische, zwei aus Paletten gebaute, bewegliche Stehtische, Pflanzen, eine große Styroporwand, an die Ideen gepinnt werden können. „Und wer was zu sagen hat, stellt sich in die Pitch Area“, sagt Schulleiter Steger und deutet auf den großen, rot markierten Punkt auf dem Fußboden. Demnächst wird auch noch eine gemütliche Sitzecke geschaffen.

Mehr über die Smart City Days lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.