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Hunderttausende Euro wurden bereits in die Umgestaltung der „Neuen Weiche“ zur Abstellfläche für Busse investiert.  Foto: Ketterl 

Investor will weiter „Intercity-Hotel“ in Pforzheim bauen, Stadt sieht den Zug dafür abgefahren

Pforzheim. Eigentlich schien der Zug für alle Gedankenspiele um ein „Intercity-Hotel“ beim Pforzheimer Hauptbahnhof abgefahren. Das frühere Gasthaus auf dem anvisierte Gelände „Neue Weiche“ ist längst abgerissen, die Infrastruktur für eine weitere kleine Drehscheibe des Busverkehrs nimmt bereits ganz konkrete Formen an. Dennoch hat der potenzielle Investor, die Mainzer Feuring Hotelconsulting GmbH, ihr Angebot erneuert und sogar noch etwas verbessert, dieses zugleich aber mit einem Zeitlimit versehen. Geht da doch noch was?

Freie-Wähler-Chef und Unternehmensberater Michael Schwarz wirbt eindringlich dafür, die aus seiner Sicht große Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen – trotz unmissverständlicher gegenteiliger Signale aus der Stadtverwaltung.

In einem Schreiben, das Feuring-Geschäftsführer Matthias Lowin am 29. März an Oberbürgermeister Peter Boch sandte und das der PZ vorliegt, greift Lowin das bereits im vergangenen Jahr vorgebrachte Anliegen auf, besagtes Grundstück an der Erbprinzenstraße zu erwerben um dort ein „Intercity-Hotel“ zu errichten. Mit Blick auf den inzwischen vollzogenen Abriss stellt Feuring einen im Vergleich zum ursprünglichen Ansatz um 100 000 Euro erhöhten Kaufpreis von 1,5 Millionen Euro in Aussicht. Dieses Angebot werde man bis Mitte Mai aufrechterhalten – „in der Hoffnung, dass es nun doch eine gemeinsame Basis zur Projektrealisierung gibt“. Bis dato, berichtet Stadtrat Schwarz im PZ-Gespräch, habe es hierzu aber noch keine Rückmeldung aus dem Rathaus gegeben.

Wie Schwarz erläutert, will Feuring innerhalb von zwei Jahren mit einer Gesamtinvestition von 23 Millionen Euro auf der „Neuen Weiche“ ein Drei-Sterne-Hotel mit 150 Zimmern errichten – in einem vom italienischen Architekten Matteo Thun entwickelten, modernen Design.

Dass am anvisierten Standort bereits andere Tatsachen geschaffen wurden, hält Schwarz nicht für ein K.-o.-Kriterium. Angesichts der schlechten städtischen Haushaltslage „müssen wir auch Projekte stoppen“, meint der Stadtrat. Es stelle sich die Frage, ob die Stadt überhaupt Verkehrsflächen für Fernbusse vorhalten müsse. 

„Nein“, heißt es jedoch in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung auf die PZ-Anfrage, ob dieses Infrastrukturprojekt selbst theoretisch noch zu stoppen wäre. Die Beschlüsse des Gemeinderats seien gefasst, bereits etwa die Hälfte der geplanten Maßnahmen abgearbeitet, die fehlenden Arbeiten im erteilten Auftrag enthalten. 

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