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Bewies Tiefsinn und Humor: Ahmad Milad Karimi bei seiner Lesung „Osama schläft bei den Fischen“. Foto: Fux
Bewies Tiefsinn und Humor: Ahmad Milad Karimi bei seiner Lesung „Osama schläft bei den Fischen“. Foto: Fux
23.03.2016

Islamwissenschaftler: „IS erzählt nur Quatsch“

Gebannt haben rund 80 Zuhörer in der Kapelle des Hohenwart-Forums den Worten des Islamwissenschaftlers Ahmad Milad Karimi gelauscht. Schon der Titel seines autobiografischen Buches: „Osama bin Laden schläft bei den Fischen: Warum ich gerne Muslim bin und was Marlon Brando damit zu tun hat“ versprach einen witzigen und zugleich tiefsinnigen Abend zwischen unterschiedlichen Religionen und Kulturen.

Karimi ist afghanisch-deutscher Religionsphilosoph und Islamwissenschaftler, Inhaber des Lehrstuhls für islamische Philosophie und Mystik an der Universität Münster. In Bildern spannt der 37-Jährige, der eine Vorliebe für Mafia-Filme hat, einen weiten Bogen, beleuchtet Phänomene in der aktuellen Auseinandersetzung mit dem Islam, hinterfragt die angeblichen Gotteskrieger und den Kampf der Kulturen.

Religion ist für den Islamwissenschaftler „Atempause, etwas, das Stille gibt, damit das Herz Ruhe und Frieden findet“. Glaube ist „eine Bindung eingehen, etwas, das mit Versprechen und Vertrauen, aber auch mit Zweifel zu tun hat“, betont der Mann, der immer wieder Zitate von Philosophen und deutschen Denkern einstreut. Verwässern möchte Karimi den Glauben und die Religion nicht, auch von schnellen und falsch ausgelegten Antworten, wie sie der IS gibt, hält er nichts. „Der IS erzählt nur Quatsch“, sagt Karimi offen, der immer wieder Polizeischutz erhält.

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