Pforzheim. Der Nachwuchs des Schiller-Gymnasiums engagiert sich für den guten Zweck. Unter den Anfeuerungsrufen ihrer Lehrer und Mitschüler überqueren sie die Ziellinie, immer und immer wieder. Die Schüler geben ihr Bestes, laufen eine 400 Meter lange Runde nach der anderen, denn sie wissen: Es kommt auf jede Einzelne an, jede Einzelne bringt Geld für den guten Zweck.
Mehr als 3000 Euro sind so am Freitagvormittag beim Spendenlauf des Pforzheimer Schiller-Gymnasiums zusammengekommen – und zwar dank der großzügigen Unterstützung der Unternehmen Amazon, Kramski, Meyle und Müller, Intersport Schrey, Müller Fleisch, Fuma, Laserkraftwerk, des Lions Clubs Pforzheim-Bertha Benz und engagierter Eltern. Durch eine zusätzliche Spende von Amazon ist es möglich, jeweils 2000 Euro an den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Sterneninsel sowie an „Golden Hearts“ zu spenden. Bei den „Golden Hearts“ handelt es sich um eine 2016 gegründete Organisation, die sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzt, sie für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereitet.
In den vergangenen drei Monaten hätten sich die Zahlen mehr als verdoppelt, erklärt Geschäftsführerin Frauke Janssen: Normalerweise seien jedes Schuljahr rund 120 Frauen und in etwa genau so viele Kinder in den Programmen. Aber durch den Ukraine-Krieg seien es inzwischen mehr als 300 Frauen und rund 350 Kinder. „Wir können jeden Euro gut gebrauchen“, sagt Janssen und erklärt, „Golden Hearts“ erhalte „keinen Cent“ öffentlicher Gelder: Alles werde von Bürgern, Stiftungen und aus Amerika gespendet. Auch die Sterneninsel freut sich über die Spende des Schiller-Gymnasiums, die laut Klaudia Kreiter-Eyle dazu beiträgt, dass die Organisation Familien mit schwerkranken Kindern die eine oder andere Freizeitaktivität ermöglichen kann, die sonst finanziell nicht drin wäre. Einen Teil des Geldes will sie auch für ihr Sommerfest im September verwenden. Sowohl die Sterneninsel als auch „Golden Hearts“ haben sich die Schüler selbst als Spendenempfänger ausgesucht. Beide Organisationen hatten sie im Vorfeld kennengelernt: durch Besuche vor Ort und durch Vorträge, die Vertreter der Organisationen an der Schule gehalten haben. Kein Wunder, dass die Schüler beim Spendenlauf von Anfang an alles geben.
Rund 150 von der fünften bis zur achten Klasse haben ihre Sportklamotten angezogen und ihre Laufschuhe geschnürt. Sie starten zeitversetzt und laufen jeweils 60 Minuten. Ihre Mitschüler und Lehrer feuern sie nicht nur an, sondern reichen ihnen auch Getränke – und haken auf einem Klemmbrett jede Runde ab, die gelaufen wurde.
„Es ist toll, wie motiviert alle sind“, sagt Geschäftsführerin Andrea Boyer und erklärt, mit dem Spendenlauf habe man eine sportliche Aktion für die Schüler bieten und gleichzeitig etwas für den guten Zweck tun wollen. Auch sie steht am Rand der Laufbahn – und kann kaum fassen, wie viele Runden manche Schüler schaffen. Ian bringt es auf 25, was zehn Kilometern entspricht. „Ich wollte einfach mal wissen, wie viel ich schaffe“, sagt der Elfjährige. „Es war zwar anstrengend, aber es hat trotzdem Spaß gemacht“, meint die gleichaltrige Johanna, die 22 Runden geschafft hat.

