Pforzheim. Bunte Fahnen, Gospel-Rap und viele Glaubensbotschaften: Mit Fahnen, Musik und geistlichen Impulsen zogen hunderte Menschen durch die City. Die Veranstaltung setzte ein öffentliches Zeichen für den Glauben.
Die bunten Fahnen fallen schon von weitem ins Auge. Am Straßenrand bleiben viele stehen, um zuzuhören, zuzuschauen, Fotos und Videos von dem zu machen, was um sie herum passiert. Friedlich und fröhlich ziehen zahlreiche Menschen durch die Innenstadt, um öffentlich ein Zeichen für den christlichen Glauben zu setzen, um Jesus zu feiern und zu loben: mit gehaltvoller Musik, geistlichen Impulsen und wertvollen Begegnungen.
„Jesus Move“ heißt die Aktion, die mehrere evangelische Freikirchen mit großem ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt haben. „So etwas gibt es in Pforzheim nur einmal im Jahr“, sagt Stéphane Tchangang. Der Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehört zum Organisationsteam und weiß, dass sich viele der Teilnehmer schon lange auf den Tag gefreut haben, auch wegen der Gemeinschaft, die sie dort erleben können.

Teils von weit her angereist
Tchangang versteht die Veranstaltung als Einladung, zu Jesus zu kommen. Ziel ist es, seinen Namen noch bekannter zu machen. „Damit die Menschen sehen, dass er auch in unserer Stadt eine Familie hat.“
Mitlaufen kann jeder, spontan und ohne Anmeldung. Nach einem geistlichen Impuls ziehen die Teilnehmer eine Stunde durch die Innenstadt, angeführt von „Gloryfight“: Fahnenschwingern, die gut vier Stunden aus Düsseldorf angereist sind. „Als die Veranstalter uns wieder angefragt haben, haben wir gerne zugesagt“, sagt Monika Hümbs-Schröder, die es wichtig findet, dass die Kirche öffentlich Flagge zeigt.
Sie leitet die Gruppe, die in ganz Deutschland Jesusmärsche und vergleichbare Veranstaltungen bereichert: immer dort, wo die Mitglieder den Eindruck haben, dass Gott ihre Teilnahme befürwortet. Nach Pforzheim kommen sie laut Hümbs-Schröder auch deshalb gern, weil sie in den vergangenen Jahren „immer ganz liebe Geschwister kennengelernt“ haben. Auch Jefo und Anelko sind bisher jedes Mal mit ihrem Gospel-Rap dabei gewesen. „Wir machen das sehr gern, um ein Statement zu setzen“, sagt Anelko, für den Rap und Hip-Hop gute Stilmittel sind, um die Frohe Botschaft zu vermitteln. Bisher hat es ihm auf dem Jesus Move immer gefallen, auch wegen der „super Stimmung“.
Die lobt auch Frank Bölstler, der von Anfang an dabei ist. Der Prediger des Pforzheimer AB-Verbands nimmt teil, weil „Jesus sich vor Gott zu mir bekennt, wenn der Teufel mich wegen meiner Fehler und Schwächen anklagt. Dann will ich mich aus Dankbarkeit öffentlich zu ihm bekennen.“
Christsein auch zeigen
Für Pastor Marcus Köhler von der international geprägten, auf brasilianische Wurzeln zurückgehenden Pforzheimer Sara-Gemeinde war ein Bibelvers aus dem Matthäus-Evangelium entscheidend: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ Für Köhler ist es unmöglich, wirklich Christ zu sein, ohne das in der Öffentlichkeit zu zeigen. Dennoch begreift er die Teilnahme am „Jesus Move“ nicht als religiöse Pflicht.
Für den innerstädtischen Verkehr blieb die ebenso lautstark wie gemächlich dahinziehende Christengemeinde nicht ohne Auswirkungen. Ihr langer Aufenthalt in der Leopoldstraße hatte zur Folge, dass der innerstädtische Busverkehr zum Erliegen kam und sich elf Linienbusse auf der Bahnhofstraße stauten.

