Pforzheim. Nur rund ein Drittel der Menschen in Pforzheim lebt im Eigenheim oder in der Eigentumswohnung. Besonders für 25- bis 40-Jährige wird Wohneigentum immer schwerer erreichbar. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB).
Die Wissenschaftler ermittelten in den Untersuchungen für Pforzheim eine Wohneigentumsquote von 33,9 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent.
„Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“,
sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.


Preisexplosion: So teuer ist Bauland in der Region
„Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“,
sagt Matthias Günther.
Rund 30.000 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell in Pforzheim.
Immer mehr von ihnen seien gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, sagt Günther.


Baugenehmigungen steigen wieder - Eigenheime gefragt
Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt“, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger.
Der Vertreter des Pestel-Instituts fordert deshalb die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum – sozusagen eine „Haus-Förderung“ – in die Wege zu leiten.



